Die Geschichte des Planetarium Hamburg

Seit 1930 ist das Planetarium Hamburg im ehemaligen Winterhuder Wasserturm im Stadtpark untergebracht. Es ist damit eines der dienstältesten "Sternentheater" weltweit. Der Bau inmitten des Stadtparks gehört zu den Attraktionen der Hansestadt. Von seiner Aussichtsterrasse in ca. 40 Metern Höhe öffnet sich ein faszinierender Blick über die Hansestadt.

1912-1924:Schumachers Wasserturm

Hamburgs Baudirektor Fritz Schumacher (1869-1947) legte 1910 einen Plan für einen "sozialen Park" vor, der auch den Bau eines Wasserturms vorsah. Im Winterhuder Stadtpark erhielt der Turm den wohl schönsten und repräsentativsten Standort von Hamburg. 1912 begann der Architekt Oscar Menzel mit dem Bau des Turms. Durch kriegsbedingte Unterbrechungen konnte das Bauwerk erst 1916 vollendet werden. Seine Aufgabe als Wasserturm erfüllte das Bauwerk nur bis 1924, dann wurde es aus dem Versorgungsnetz genommen. Als Wasserturm reaktiviert wurde der Bau noch einmal zu Beginn der 30er Jahre.

1924-1930:Vom Wasserturm zum Planetarium

Der Weg zum Planetarium war dem Astronomie-Enthusiasten Hans Hagge zu verdanken. Er überzeugte den Hamburger Senat, ein Planetarium einzurichten. Am 5. August 1925 unterzeichneten Verantwortliche des Hamburger Staats in der Firma Carl Zeiss in Jena einen Vertrag über die Lieferung des Projektionsapparates Modell 2. Erst 1929 stimmte die Hamburger Bürgerschaft dann dem Vorschlag zu, das Planetarium im Winterhuder Wasserturm einzurichten. Am 22. April 1930 lud der Hamburger Senat erste Gäste zu einer Vorführung ein, am 30. April öffnete das Planetarium unter Leitung von Studienrat Dr. Körner offiziell.

1930-1975:Durch Krieg und Nachkriegszeit

In den ersten Jahren zählte das Planetarium durchschnittlich ca. 3.000 Besucher monatlich. 1934 übernahm Dr. Johannes Meyer die Leitung des Planetariums. 1956 wurde modernisiert, das Projektionsgerät 4 ersetzte das alte Modell. Meyer blieb bis 1964 im Amt und führte das Unternehmen durch die Wirren des 2. Weltkriegs und der ersten Nachkriegsjahre.
Auf Planetariumsdirektor Meyer folgte 1964 Dr. Bellmer, der das Planetarium bis 1974 leitete. Zwischenzeitlich waren die Stellvertreter Dr. Ekrutt und Dr. Grambow tätig.

1975-2000:Die Ära Übelacker

1975 wurde Dr. Erich Übelacker erster hauptamtlicher Planetariumsleiter. Er verstärkte das Planetarium durch einen weiteren wissenschaftlichen Mitarbeiter und zusätzliches technisches Personal. Die neue Mannschaft weitete das Programm aus, und der Erfolg blieb nicht aus. Die Besucherzahlen konnten gegenüber früheren Zeiten auf knapp über 100.000 erhöht und über viele Jahre stabil gehalten werden. Nach der Erneuerung der Kuppel und dem Einbau einer Belüftungsanlage erwarb das Planetarium 1983 das Zeiss-Modell 6.

2000-2003:Das „neue“ Planetarium entsteht

2000 übernahm der Astrophysiker Thomas W. Kraupe als Direktor die Geschicke des Hauses. Zunächst wurde das Planetarium grundlegend nach Entwürfen des Hamburger Architektenbüros Bothe-Richter-Teherani (BRT) modernisiert. Am 22.Oktober 2003 erfolgte die festliche Wiedereröffnung, tags darauf standen lange Schlangen von Besuchern vor dem Planetarium. Der Ansturm war gewaltig. Ein bis dato weltweit einzigartiges Projektions-Ensemble, das stetig auf den jüngsten technischen Stand gebracht wird, bespielt seitdem die neue Sternenkuppel.

2003 – heute

Seit seiner Wiedereröffnung im Oktober 2003 erfreut sich das Planetarium Hamburg eines gewaltigen Publikumszuspruchs – ca. 300.000 Besucher machen Planetarium Hamburg mit weitem Abstand zum bestbesuchten deutschsprachigen Planetarium. Mit jährlich drei bis vier großen Produktionen als Premieren, Europapremieren oder Uraufführungen gehört das Hamburger Sternentheater weltweit zu den renommiertesten Häusern seiner Art.

2015-2016:Der jüngste Erweiterungsbau

Mitte 2015 schlossen sich abermals die Türen des Planetariums für die Öffentlichkeit, um weitgehende Umbau- und Erweiterungsarbeiten im Sockelbereich des Turmes durchzuführen. Mitte Februar 2017 wird das Planetarium Hamburg wiedereröffnen, dann mit weitaus mehr Raum und Angeboten für die Besucher. Neben einem großzügigen Foyer bietet das Planetarium Hamburg dann u.a. erstmals einen Seminarraum, einen barrierefreien Zugang bis hinauf zur Aussichtsplattform und eine Cafeteria mit Innen- und Außenbereich.

Ausführliche Informationen bietet das Buch
"Denn was innen - das ist draußen: Die Geschichte des Planetariums"
von Thomas W. Kraupe

ISBN 3-933284-15-5

Ebenfalls empfehlenswert: Die Zeitschrift Schümanns, Hamburger Ausgabe 38: "Das Planetarium".