Unser KosmoseROSITA: Das heiße Universum und die Dunkle Energie

eROSITA: Das heiße Universum und die Dunkle Energie

Am 13. Juli 2019 wurde das eROSITA-Röntgenteleskop eROSITA an Bord der russischen SRG Raumsonde erfolgreich ins All gestartet. Im Rahmen des eROSITA-Projekts arbeiten deutsche und russische Wissenschaftler seit mehr als zehn Jahren zusammen, um eine neue Himmelsdurchmusterung im Röntgenbereich durchzuführen. Diese Durchmusterung begann im Dezember 2019 und wird bis Dezember 2023 andauern. Insgesamt erwartet man von eROSITA die Entdeckung von mehr als drei Millionen Röntgenquellen, und die ersten Ergebnisse deuten an, dass diese Zahl vermutlich übertroffen wird. Das wissenschaftliche Hauptziel von eROSITA ist das Studium der sogenannten dunklen Energie, man erwartet aber, dass der gesamte Bereich der Röntgenastronomie von eROSITA enorm profitieren wird. Für die Astronomen in Deutschland bietet damit eROSITA eine herausragende Möglichkeit, Spitzenforschung in der Röntgenastronomie mit einem neuen Instrument und neuen Daten durchzuführen.
 
Im Rahmen der Vorlesungsreihe "eROSITA: Das heiße Universum und die dunkle Energie" werden namhafte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler einen Überblick über eROSITA und die ersten Resultate präsentieren. Der gesamte Bereich der Röntgenastronomie von Kometen bis hin zu den entferntesten Gebilden im Universum, den Quasaren und Galaxienhaufen, wird abgedeckt. eROSITA liefert neue Erkenntnisse über Sterne wie unsere Sonne, aber auch über Neutronensterne und schwarze Löcher. Sternexplosionen und Sternleichen gehören zu den Standardobjekten von eROSITA und schließlich wird eROSITA helles Licht in das dunkle Universum bringen.


Eintritt: 5,- Euro. Dauer ca. 90 Minuten. Empfohlen ab 14 Jahren.

16.10.2020: Dr. Peter Predehl, Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik, GarchingeROSITA und das heiße Universum

Nach mehr als zehn Jahren Entwicklungszeit wurde das in Deutschland gebaute Röntgenteleskop eROSITA an Bord der Russisch-Deutschen Raumsonde SRG im Juli 2019 ins All gestartet. Das Hauptziel der SRG-Mission besteht darin, eine vollständige Himmelsdurchmusterung im Röntgenbereich mit bisher unerreichter Empfindlichkeit zu erstellen. Mit Hilfe dieser Daten soll die großräumige Struktur des Universums kartiert werden um herauszufinden, wie sich diese Strukturen im Verlauf der kosmischen Zeit entwickeln. Hieraus erhoffen sich die Wissenschaftler neue Erkenntnisse, um die Geheimnisse der bislang so rätselhaften “Dunklen Energie” zu entschlüsseln, die das Universum auseinander treibt. Insgesamt erwartet man von eROSITA die Entdeckung von mehr als drei Millionen Röntgenquellen, darunter Kometen und Planeten in unserem eigenen Sonnensystem, sonnenähnliche Sterne in der Milchstraße, Neutronensterne und Schwarze Löcher bis hin zu den entferntesten Gebilden im Universum, den Quasaren und Galaxienhaufen, so dass eROSITA ein völlig neues Bild des Röntgenhimmels erstellen wird. Der Vortrag bietet einen Querschnitt durch das heiße Universum, das erst durch High-Tech-Teleskope wie eROSITA für uns sichtbar gemacht werden kann.
 
Peter Predehl ist seit 1980 am Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik in Garching wissenschaftlich tätig. Zuvor wurde er an der Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg mit der Dissertation „Transmissionsgitter zur Spektroskopie kosmischer Röntgenquellen“ promoviert. Seit 2008 ist er wissenschaftlicher Leiter von eROSITA und wirkte des Weiteren an zahlreichen Raumfahrtprojekten wie EXOSAT (ESA) ROSAT (D), Chandra (NASA), ABRIXAS (D) und XMM-Newton (ESA) mit.

20.11.2020: Prof. Dr. Jürgen Schmitt, Hamburger SternwarteDer Sternhimmel von eROSITA

Unsere Sonne ist umgeben von einer sehr dünnen und sehr heißen Gasschicht, die in der Regel nur im Röntgenlicht sichtbar ist und als Korona bezeichnet wird. Wie eine Aufnahme des Sonnensatelliten belegt, ist die Röntgenkorona der Sonne in unzählige bogenartige Strukturen unterteilt. Des Weiteren ändert sich die Sonnenkorona auf den verschiedensten Zeitskalen und überschüttet die Erde mit Röntgenstrahlen und energetischen Teilchen. Solche Sonnenstürme sind für die auf der Erde beobachtbaren Nordlichter verantwortlich und können im Extremfall zum Zusammenbruch von irdischen Stromnetzen führen. Unsere Sonne ist ein bereits "gealterter" Stern und daher nur schwach aktiv. Andere, insbesondere jüngere Sterne, zeigen eine um etliche Größenordnungen größere Röntgenemission als unsere Sonne. Mit eROSITA erwarten wir die Entdeckung von 700.000 solcher sonnen-ähnlichen Sterne, daher können wir diese jungen Sterne im Detail untersuchen und so einen Blick in die "Kinderstube" unseres Sonnensystems werfen. Im Vortrag werde ich neue eROSITA-Ergebnisse präsentieren und mit Ihnen einen Spaziergang über den stellaren Röntgenhimmel unternehmen.

Jürgen Schmitt promovierte nach seinem Studium der Physik in Würzburg und London im Fach Astronomie an der Harvard University, USA. Während der Promotion begann er, sich intensiv mit der Röntgenastronomie zu befassen, die seine weitere wissenschaftliche Laufbahn wesentlich prägte. Nach der Promotion wurde er Mitarbeiter am Max-Planck-Institut in Garching, um an der ROSAT-Mission mitzuarbeiten, seit 1998 ist er an der Hamburger Sternwarte tätig.

29.01.2021: Prof. Dr. Manami Sasaki, Universität Erlangen-NürnbergSternexplosionen und Sternleichen: Neue Beobachtungen von eROSITA

Wenn ein Stern wie unsere Sonne sein Leben beendet, fällt sein innerster Kern in sich zusammen und bildet ein viel kleineres Objekt mit sehr hoher Dichte, einen sogenannten Weißen Zwerg. Andere Sterne mit größerer Masse als unsere Sonne werden am Ende ihres Lebens zu Neutronensternen oder Schwarzen Löchern und verursachen dabei eine gewaltige Explosion, die die
Astronomen als Supernova bezeichnen. Nach einer Supernova verbleibt ein sogenannter Supernova-Überrest, der sich mit einer sehr hohen Geschwindigkeit in den interstellaren Raum ausdehnt. In meinem Vortrag werde ich neue Beobachtungen von Weißen Zwergen, Neutronensternen, Schwarzen Löchern und Supernova-Überresten in unserer Milchstraße und ihren
Nachbargalaxien präsentieren und von den neuesten eROSITA-Beobachtungen dieser Sternleichen berichten.
 
Manami Sasaki ist Professorin für Multiwellenlängenastronomie an der Dr. Karl Remeis Sternwarte, dem Astronomischen Institut der Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg. Nach dem Studium der Physik an der Universität Heidelberg und der Promotion in Astronomie an der Ludwig-Maximilian-Universität München/Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik war sie am Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics in USA und Eberhard Karls Universität Tübingen tätig, bevor sie 2016 zur Universität Erlangen-Nürnberg wechselte. Sie beschäftigt sich mit Studien zum interstellaren Medium und Populationen von astronomischen Objekten in Galaxien. Sie ist Senior Member des eROSITA-Konsortiums.

26.02.2021: Prof. Dr. Thomas Reiprich, Universität BonnSieben auf einen Streich oder wie eROSITA Licht in das dunkle Universum bringt

Im Juli 2019 wurde das Röntgenweltraumteleskop eROSITA nach über 10 Jahren Entwicklungszeit erfolgreich gestartet. Bereits die allerersten Bilder zeigen, mit welch grosser Detailschärfe dieses neue Teleskop das Universum auf grossen Skalen vermessen kann, und welche großen Fortschritte wir uns davon erhoffen können. eROSITA wird die größten Objekte im Kosmos, die Galaxienhaufen, nahezu vollständig entdecken, sowie Millionen von supermassereichen schwarzen Löchern. Diese Informationen werden wir nutzen, um die Natur der dunklen Materie und der dunklen Energie im Detail zu untersuchen. In meinem Vortrag werde ich Aktuelles über eROSITA, Galaxienhaufen, schwarze Löcher, dunkle Materie und dunkle Energie berichten.

Thomas Reiprich ist Professor für Astrophysik an der Universität Bonn. Nach dem Studium der Physik und der Promotion in Astronomie mit Stationen bei der Universität Paderborn, Western Michigan University, Ludwig-Maximilians-Universität München, und dem Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik forschte er drei Jahre als Celerity Foundation Fellow an der University of Virginia. Seit 2004 ist er Gruppenleiter am Argelander-Institut für Astronomie der Universität Bonn – zuerst als Emmy Noether-Gruppenleiter, dann als Heisenberg-Professor und seit 2015 als regulärer Professor. Seine Arbeitsgebiete sind Galaxienhaufen, Kosmologie und Röntgenastronomie.

Die nächsten Termine

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16.10. Fr 19:30 Uhr Verfügbar
20.11. Fr 19:30 Uhr Verfügbar
29.01. Fr 19:30 Uhr Verfügbar
26.02. Fr 19:30 Uhr Verfügbar