Reservierung von Rollstuhlplätzen

Für Rollstuhlfahrer haben wir im Sternensaal spezielle Plätze.
Bitte nutzen Sie unsere telefonische Buchung:

+49 (40) 428 86 52 - 10

Der Himmel im Dezember 2019

Am 21. Dezember um 23:19 Uhr Mitteleuropäischer Zeit passiert die Sonne im Sternbild Schütze den südlichsten Punkt ihrer Jahresbahn. Mit dieser längsten Nacht des Jahres beginnt der Winter auf der Nordhalbkugel und der Sommer auf der Südhalkugel unseres Planeten.

Der Himmel im Dezember 2019
BildDer Himmel im Dezember 2019

Der Sternenpodcast Dezember 2019

Ihr Audioguide für die Sterne. Ob zuhause mit der Sternkarte oder unterwegs unter freiem Himmel - Planetariumsdirektor Thomas Kraupe führt Sie zu den interessantesten Sternbildern und Himmelsereignissen - jeden Monat neu und kostenlos.

Hier können Sie den Podcast bequem über Soundcloud, Spotify oder iTunes anhören oder die mp3-Audio-Datei direkt herunterladen.

Dieser Podcast des Planetarium Hamburg wird Ihnen in Zusammenarbeit mit dem Hamburger Abendblatt präsentiert - mit freundlicher Unterstützung unserer Audio-Partner Prime Time Studios und Audio Consulting Group.

Der Abendstern und die ISS

Kurz nach Sonnenuntergang leuchtet unser Nachbarplanet Venus als strahlend heller „Abendstern“ über dem Südwesthorizont. Etwa eine Dreiviertelstunde nach Sonnenuntergang erkennt man auch den schwächer leuchtenden Saturn, an den sich Venus heranpirscht. Am 11. Dezember zieht Venus dann 2 Grad südlich am Ringplaneten vorbei und gewinnt bis zum 20. Dezember bereits wieder 11 Grad Distanz. Der helle Lichtpunkt der Venus steigt höher und ist immer länger zu sehen, während Saturn vom Abendhimmel verschwindet.

Nur ein Lichtpunkt vermag es mit Venus am Abend mitzuhalten: die Internationale Raumstation ISS. Als helles Gestirn zieht sie in den ersten Dezembertagen über unseren Abendhimmel. Nur nahe der Abend- und Morgendämmerung können wir die ISS sehen, wenn sie über uns im Sonnenlicht glänzt, während es unten bei uns dunkel ist. Die aktuelle Sichtbarkeit der ISS finden Sie untenstehend.

Dezembersterne

Sobald die Dämmerung zuende geht, prangt das „Herbstviereck“ halbhoch im Südwesten. An diese Sterne des Pegasus schließt sich die Sternenkette der Andromeda an. Hoch über unseren Köpfen steht die Zickzacklinie des "Himmels-Ws", das von den hellsten Sternen der Königin Kassiopeia und Mutter der Andromeda gebildet wird. Die sieben Sterne des Großen Wagen finden wir dagegen tief am Nordhorizont - doch im Laufe des Abends beginnt er im Nordosten seinen Aufstieg und klettert in den kommenden Stunden mit den Kastensternen voran immer höher. Dies ist das Signal für den Auftritt des zentralen Sternbilds des Winters - des auffälligen Himmelsjägers Orion. Ziehen wir vom hellen Sirius, der südöstlich von Orion auftaucht, eine Linie über die drei Gürtelsterne des Orion weiter nach Westen, so treffen wir “rechts über” dem Orion auf Aldebaran, das rote Auge des Stiers – und darüber hinaus, hoch im Süden, auf das kompakte „Siebengestirn“ – die Plejaden im Stier. Dieses „Siebengestirn“ zählt zu den nächstgelegensten und jüngsten Sternhaufen.

Die längste Vollmondnacht

In hohem Bogen zieht sich der Gürtel der Tierkreissternbilder über den Himmel: Vom Wassermann im Südwesten über die Fische hoch hinauf über Widder, Stier und Zwillinge, hin zum unscheinbaren Krebs am Südosthorizont. Wie jeden Monat zieht der Mond durch diese Sternbilder und damit an den Planeten vorbei. Am Morgen des 12. Dezember erreicht der Erdtrabant im Sternbild Stier die Vollmondstellung. Er steht dabei nahe dem nördlichsten Punkt seiner Monatsbahn, und so wird die Nacht vom 11 auf den 12. Dezember die längste Vollmondnacht des Jahres mit dem höchsten Vollmond.

Mars und ISS am Morgenhimmel

Rund drei Stunden vor Sonnenaufgang erscheint am Osthorizont, unterhalb der bläulich funkelnden Spica im Sternbild Jungfrau, der rötliche und noch wenig auffällige Mars. Ganz anders die ISS: Gerade zwischen Weihnachten und Neujahr grüßt sie uns als besonderer „Weihnachtsstern“, der fast jeden Morgen in der Morgendämmerung aus dem Erdschatten auftaucht. Hoch über uns zieht sie in wenigen Minuten der aufgehenden Sonne entgegen.

Ein Artikel von Prof. Thomas W. Kraupe, Astronom und Direktor des Planetarium Hamburg