Der Himmel im August 2025

Der Himmel im August 2025
BildDer Himmel im August 2025

Der Sternenpodcast August 2025

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Dieser Podcast des Planetarium Hamburg wird Ihnen in Zusammenarbeit mit dem Hamburger Abendblatt präsentiert - mit freundlicher Unterstützung unserer Audio-Partner Prime Time Studios und Audio Consulting Group.

Sternschnuppenfeuerwerk der Perseiden

Neben den Geminiden im Dezember und den Quadrantiden im Januar gehören die Perseiden zu den drei größten Sternschnuppenereignissen des Jahres. „Doch während wir in den Wintermonaten dick eingepackt und frierend den – zumindest bei uns im Norden – meist bedeckten Winterhimmel nach Sternschnuppen absuchen müssen, bieten uns die milden Augustnächte deutlich angenehmere Bedingungen“, schmunzelt Dr. Björn Voss. „Unsere Erde näherte sich bereits während der finalen Juli-Wochen der Staubspur des Kometen Swift-Tuttle, dem Verursacher der Perseiden. Daher sahen wir die ersten Leuchtspuren auch schon ab dem 16. Juli. Nun nimmt der Ansturm kosmischer Staubpartikel auf unsere Erdatmosphäre weiter zu, bis der Meteorschauer am 12. August mit bis zu 100 flinken Sternschnuppen in der Stunde seinen Höhepunkt erreicht. Da der Mond wenige Tage zuvor, am 9. August, als Vollmond den Himmel erleuchtete, ist es sinnvoll, das Firmament noch bis Ende der dritten Augustwoche im Blick zu behalten. Denn die Perseiden sind bis zum 24. August aktiv und wir sehen sie am besten   in jenen frühen Nachtstunden, in denen der Mond noch nicht aufgegangen ist – das ist jeden Tag ein wenig später. Glücklicherweise bringt dieser Meteorstrom aber auch einige sehr helle Sternschnuppen hervor, die sogar dem Mondlicht trotzen können. Bei der Beobachtung sollte man das ganze Firmament im Auge behalten. Denn die Perseiden zeigen sich gleichmäßig über den Himmel verteilt. Interessierte suchen am besten einen dunklen Ort auf dem Land auf und lassen ihren Augen eine halbe Stunde Zeit, um sich an die Lichtverhältnisse zu gewöhnen.“

Wie die meisten Sternschnuppenströme sind auch die Perseiden nach ihrem scheinbaren Ausstrahlungspunkt benannt, der als Radiant bezeichnet wird. Im Falle der Perseiden handelt es sich um das Sternbild Perseus nahe dem „Himmels-W“ der Kassiopeia. Diese Himmelsregion steigt im Laufe der Nacht hoch an den Osthimmel. Daher ziehen am frühen Morgen theoretisch mehr Sternschnuppen über das Firmament als am Abend. Aufgrund des hellen Mondlichts gilt diese Faustregel aber nicht für den diesjährigen Meteorschauer. „Hinsichtlich des Radianten gibt es ein generelles Missverständnis“, ergänzt Dr. Voss. „So muss der Radiant zwar hoch stehen, damit mehr Sternschnuppen auftreten. Um die Meteore optimal sehen zu können, sollte man aber nicht in seine Richtung schauen. Im Gegenteil: In anderen Himmelsregionen sind sie sogar besser zu beobachten. Denn der Radiant ist nicht die Stelle, an dem die Sternschnuppen tatsächlich anfangen, sondern der Punkt, an dem sich die Leuchtspuren treffen würden, wenn man sie in Gedanken rückwärts verlängert. Die Perseiden zeigen sich gleichmäßig über den Himmel verteilt und können überall am Firmament beginnen. Es ist sogar so, dass die Sternschnuppen länger und besser sichtbar sind, wenn sie weiter weg vom Radianten auftreten. Die Meteore in seiner Nähe sind am wenigsten spektakulär.“

Hübscher „Störenfried“: der Vollmond im August

Auch wenn er uns das Sternschnuppenfeuerwerk der Perseiden mit seinem hellen Schein etwas vereitelt, ist der horizontnahe und daher groß wirkende Vollmond am 9. August ein schöner Anblick. „Lustig erscheint die Parallele zur umgangssprachlichen Namensgebung ‚Störmond‘. Fast könnte man meinen, damit sei sein ‚Störfaktor‘ bei der Betrachtung des sommerlichen Meteorschauers gemeint. Dem ist aber nicht so, schließlich sind die Phasen des Mondes nicht in jedem August identisch. Unser Trabant verdankt diese Bezeichnung vielmehr indigenen Völkern Nordamerikas, die zu dieser Jahreszeit vermehrt den urtümlichen Knochenfisch Stör angelten“, erklärt Dr. Voss. „In unseren Gefilden wurde stattdessen ein Zusammenhang zu den anstehenden Erntearbeiten hergestellt. So galt der August-Vollmond als „Getreide“-, „Frucht“- oder auch „Ährenmond“. Hier gab es viele verschiedene Varianten. An diesen Begriffen ist wieder einmal gut zu erkennen, wie sehr der Mond den Menschen früherer Zeiten dabei half, ihr Jahr zeitlich zu strukturieren.“

„Stars“ am Morgenhimmel

Nach dem Mond sind die Planeten Venus und Jupiter die hellsten „Stars“ des sommerlichen Morgenhimmels. In diesem Monat bieten sie uns gemeinsam zwei besonders hübsche Szenerien auf der Himmelsbühne. Zunächst zieht Morgenstern Venus in den Tagen vom 10. bis zum 14. August nah an Gasriese Jupiter am östlichen Firmament vorbei. Am engsten kommen sich die beiden Planeten am Morgen des 12. August. Sie strahlen als auffälliges „Doppelgestirn“ im Sternbild Zwillinge um die Wette. „Doch den wohl schönsten Himmelsanblick des Monats bieten sie uns am Morgen des 20. August“, so Dr. Voss. „Blicken wir gegen 4 Uhr in Richtung Osten, bilden die beiden markanten Planeten gemeinsam mit der abnehmenden Mondsichel ein prächtiges Dreieck. In ihrem Umfeld funkeln nicht nur die Zwillingssterne Kastor und Pollux. Weiter links von ihnen sehen wir außerdem den Großen Wagen, über ihnen den Fuhrmann mit Kapella und weiter rechts die Sternbilder Orion mit Rigel und Stier mit Aldebaran.“

Die Venus ist noch immer ein wahrer Blickfang, verliert aber im Laufe des Monats an Helligkeit. Auch ihre Aufgänge verspäten sich zunehmend. Anders Jupiter, der immer früher über den Horizont steigt. Dennoch bleibt er vorerst noch Planet der zweiten Nachthälfte. „Weniger auffallend ist der ‚scheue‘ Merkur. Man könnte ihn sogar als Beobachtungsobjekt für ‚Astrosportler‘ bezeichnen, da er sich immer nahe der Sonne aufhält und daher nur schwer zu entdecken ist“, so Dr. Voss. „Dennoch erfährt der innerste Planet unseres Sonnensystems in diesem Monat eine seiner besten Morgensichtbarkeiten des Jahres. Mit etwas Glück und Erfahrung sehen wir ihn ab der Monatsmitte gegen 5:15 Uhr knapp über dem Osthorizont. Die besten Chancen bestehen aber vom 20. bis zum 28. August. Eine gute Aufsuchhilfe bieten die Planeten Jupiter und Venus. Denn die drei Himmelskörper bilden eine leicht schräg stehende Linie am Firmament. Rechts oben leuchtet Jupiter, in der Mitte etwas weiter links die Venus und noch etwas weiter links schließlich der unscheinbare Merkur in Horizontnähe.“

Sommerlicher Abendhimmel

Auch wenn der Abendhimmel ganz im Zeichen der Sommersterne steht, geht im Osten mit dem „Pegasusquadrat“ bereits ein Vorbote des Herbstes auf. Gleichzeitig verliert der Große Wagen an Höhe, während das „Himmels-W“ der Kassiopeia in die Höhe steigt. Zusätzlich entdecken wir den Ringplaneten Saturn, dessen Aufgänge immer früher erfolgen. Zum Monatsende kann er schon fast als Planet der ganzen Nacht gelten. Anders der rote Mars, der sich mittlerweile so weit vom abendlichen Firmament zurückgezogen hat, dass er nur noch mit optischen Hilfsmitteln aufzufinden ist – und selbst das nur noch zum Monatsanfang. Schauen wir vom Gasgiganten Saturn weiter in Richtung Zenit, entdecken wir das Sommersternbild Schwan, das aufgrund seiner Form auch als „Kreuz des Nordens“ gilt. Sein Hauptstern Deneb bildet gemeinsam mit den Sternen Wega in der Leier und Altair im Adler das markante Sommerdreieck. Es funkelt hoch in südlicher Richtung. Im Westen entdecken wir den wie eine sommerliche Eistüte geformten Bärenhüter mit Arktur. Bei ihm handelt es sich um den hellsten Stern des Nordhimmels. Schauen wir von ihm nach links, finden wir tief im Süd-Westen den rötlichen Stern Antares im Sommersternbild Skorpion. Leider neigt es sich bereits seinem Untergang entgegen. Am 3. August erhält es abends Besuch vom zunehmenden Mond, wobei unser Trabant dem noch immer sehr auffälligen Antares sehr nahekommt. „Ich empfehle den Skorpion gerne als Beobachtungsobjekt in südlicheren Gefilden, zum Beispiel während der Sommerferien am Mittelmeer“, sagt Dr. Voss. „Denn in unseren Breitengraden sehen wir leider nur die unscheinbarere vordere Hälfte der funkelnden Formation. Die prächtig geschwungene Sternenkette, die den hinteren Teil des Tiers darstellt, offenbart sich uns erst in mediterranen Breiten.“

Doch auch wer den Sommer in Deutschland verbringt, kommt mit den Perseiden, den leuchtenden Konstellationen aus Venus und Jupiter sowie den schönsten Sommersternen in den Genuss einiger Highlights des Sternenhimmels. Auf dem dunklen Land offenbart sich uns zudem die Pracht des Anblicks unserer Heimatgalaxie Milchstraße, die sich als milchiges Band von Süd über den Zenit bis nach Nord über das Firmament zieht.