Im Jahre 1604 tauchte am Himmel ein „Neuer Stern“ auf, der heller als Jupiter leuchtete. Für über ein Jahr konnte man ihn sehen, bis er schließlich langsam verschwand. Kepler hat diesen „Neuen Stern“ ausgiebig beobachtet und seine Aufzeichnungen dann veröffentlicht. Heute nennen wir dieses Ereignis am Himmel Supernova. Um mehr über Keplers Supernova zu erfahren, wurde ihr Überrest mit dem Weltraumröntgenfernrohr Chandra acht Tage lang beobachtet. Die verschiedenen Energiebereiche der Röntgenstrahlung sind aufsteigend farbig markiert (rot, gelb, grün, blau, violett), die sichtbaren Sterne mit Hilfe einer normalen Aufnahme ergänzt. Auffallend ist die starke Asymmetrie des Überrestes: Im nördlichen Teil leuchtet er deutlich heller als im südlichen. Man wusste schon durch frühere Untersuchungen, dass es sich um eine Supernova vom Typ 1a gehandelt haben muss. Dabei explodiert ein weißer Zwerg, weil er von einem nahen Begleiter Materie erhält, bis er über seine Stabilitätsgrenze gewachsen ist oder weil zwei weiße Zwerge kollidieren und dann die Stabilitätsgrenze an Masse übertreffen. Die expandierenden Überreste sind in beiden Fällen meist sehr symmetrisch. Ein starker Sternenwind vor der Explosion und eine ungleich verteilte interstellare Materie um das Sternenpaar könnten so eine Asymmetrie bewirken.
Die Röntgenstrahlung ist in diesem Überrest auch besonders intensiv und weist auf große Mengen Eisen hin. Hierfür könnte der Grund ein ungewöhnlicher Ausstoß von Masse durch den weißen Zwerg vor der eigentlichen Explosion sein. Supernovae vom Typ 1a scheinen doch komplizierter als bisher angenommen zu sein (siehe auch die News vom 7.9.2012).
Mehr zum Thema erfahren Sie in unserem Sondervortrag „Neues aus der Unendlichkeit“ am 14.9.