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Mond bedeckt Jupiter

11.07.12

Am Sonntagmorgen 15.7. wird der Mond Jupiter bedecken. In der Morgendämmerung kann man den Eintritt gut und den Austritt mäßig beobachten. Die genaue Zeit hängt vom jeweiligen Beobachtungsort ab. Als Richtschnur kann gelten, dass der Mond ab 3.45 Uhr MESZ den Jupiter bedeckt und um 4.15 Uhr wieder frei gibt.

Da Jupiter der zweithellste Planet ist, kann man diese Bedeckung auch mit dem bloßen Auge gut verfolgen.  Man findet Jupiter und Mond morgens am Osthorizont. Sie stehen im Stier zwischen dem Stierkopf (dem Sternhaufen der Hyaden) und den Plejaden. Allein dies ist ein sehr eindrucksvolles Bild. Man nennt diesen Bereich auch das „Goldene Tor der Ekliptik“. Um 3.45 Uhr wird der Mond den Jupiter überholen. Der Mond zieht in einem Monat durch den Tierkreis und legt so in einer Stunde seinen eigenen Durchmesser (1/2 Grad) zurück. Er zieht mit der hellen Sichelseite auf Jupiter zu und wird ihn ab ca. 3.45 Uhr mit seiner Nordspitze bedecken. Da Jupiter eine kleine Scheibe und nicht ein punktförmiger Stern ist, erfolgt das Verschwinden von Jupiter nicht plötzlich, sondern dauert rund 2 Minuten. Da der helle Mondrand blendet, kann man den Austritt um 4.15 Uhr an der dunklen Mondseite besser verfolgen. Das „Aschgraue Licht“ hilft dabei den Mondrand zu finden. Gerade bei schmalen Mondsicheln sieht man auch die restliche Scheibe des Mondes erhellt. Dieses Licht stammt auch von der Sonne und wird von der Erde zum Mond und von dort zurück zur Erde reflektiert. Bei diesem Ping-Pong mit Sonnenlicht bleibt aber nur so wenig übrig, dass man nur einen grauen Schimmer sieht – eben das „Aschgraue Mondlicht“. Dieses Licht blendet aber nicht und erlaubt trotzdem den Mondrand zu sehen. Leider erfolgt dies in der fortgeschrittenen Dämmerung, so dass man den Austritt besser mit einem Fernglas verfolg.

Durch ein Fernglas kann man auch die vier größten Jupitermonde sehen. Die Grafik zeigt grob die Lage der Monde. Zuerst wird Europa bedeckt, gefolgt von Io, Jupiter, Ganymed und Kallisto. Europa wird gut 5 Minuten vor und  Kallisto 9 Minuten nach Jupiter bedeckt. Selbst die Jupitermonde sind kleine Scheibchen, so dass die Verschwinden (und Auftauchen) jeweils gut 2 Sekunden dauert.

Die Bedeckung erfolgt nicht zentral sondern am nördlichen Mondrand, so dass sie nicht eine Stunde sondern nur etwa halb so lang dauert.

Ob mit bloßen Auge, Fernglas oder Fernrohr, am Sonntag lohnt ein frühes Aufstehen und der Blick nach Osten, falls das Wetter mitspielt …

 

Morgens am 15.7. wird der Mond Jupiter und seine vier größten Monde bedecken. Schon mit dem Fernglas ist auch die Bedeckung der Jupitermonde leicht zu beobachten.