Im Walfisch steht ein ungewöhnlicher Stern: Mira. Das Wundersame an diesem Stern ist, dass er seine Helligkeit verändert – und zwar in erheblichem Umfang. Mira ist sogar der erste Stern gewesen, bei dem man einen Helligkeitswechsel bemerkt hat. Meist ist Mira so lichtschwach, dass man ihn nicht einmal mit einem Fernglas entdecken kann. Aber knapp einmal im Jahr wird Mira deutlich heller und kann leicht mit dem bloßem Auge gesehen werden. Um den 19. November herum ist es wieder soweit. Die Karte zeigt den Anblick des Sternenhimmels über Hamburg für Mitte November um Mitternacht und Anfang Dezember 23 Uhr. Mira steht recht tief, etwas westlich des Südpunktes. Im hellen Großstadtlicht kann man ihn vielleicht nicht sehen – in den dunkleren Vororten oder vom Stadtpark aus sollte er aber zu finden sein. Achten Sie in den folgenden Wochen auf diesen Stern – er wird ab Dezember wieder verblassen und scheinbar verschwinden.
Mira ist ein roter Riese, der pulsiert. Dadurch ändert er seine Größe und Helligkeit drastisch. Außerdem ist Mira ein Doppelstern. Beide Sterne sind sich so nahe, dass bei der größten Ausdehnung von Mira sogar ein Teil der Atmosphäre Miras auf den Begleiter überfließt. Mira ist der nächste Stern dieses Typs, deshalb kann man mit modernen Beobachtungsgeräten sogar beide Sterne trennen. Dies ermöglicht neue Einsichten in die Physik solcher Sternpaare. Damit ist Mira nicht nur ein interessanter Stern für Sternfreunde, sondern auch ein interessantes Objekt für die Astronomen.