Sitemap · Newsletter · Kundenbereich · Kontakt · Impressum

Die Mondfinsternis am 15.6.

09.06.11

Am 15.6. tritt der Vollmond in den Erdschatten: Eine totale Mondfinsternis ereignet sich, die bei uns am Abendhimmel mit bloßem Auge zu sehen ist. Der Mond läuft während er aufgeht in den Schatten der Erde hinein. Dabei können wir gleichzeitig zwei Bewegungen verfolgen: Die Erddrehung, die sich im Mondaufgang spiegelt und die Bewegung des Mondes durch die Sterne. Der Mond bewegt sich in einem Monat um die Erde, was am Himmel in einer Stunde seinen eigenen scheinbaren Durchmesser von ½ Grad ausmacht. Er läuft dabei von West nach Ost, also der scheinbaren Himmelsdrehung entgegen. Deshalb verschwindet auch zuerst der linke Teil des Mondes im Erdschatten und taucht am Ende der Finsternis auch zuerst wieder auf. Die Bewegung des Mondes ist also während einer Mondfinsternis besonders schön zu verfolgen.

 

Nicht bei jedem Neumond kommt es zu einer Sonnenfinsternis und nicht bei jedem Vollmond zu einer Mondfinsternis – denn die Mondbahn ist gegen die scheinbare Sonnenbahn bzw. Erdbahnebene um etwa 5 Grad geneigt. Nur wenn der Vollmond nahe einem der beiden Kreuzungspunkte der Bahnen steht, kann es eine Mondfinsternis geben. Geht der Mond wie dieses mal zentral durch den Erdschatten hindurch, dann kann es zwei Wochen vorher und nachher bei Neumond auch zu Sonnenfinsternissen kommen, da der Mond dann im anderen Kreuzungspunkt steht.  Während zweier Wochen bewegen sich diese Kreuzungspunkte aber etwas weiter, so dass die Geometrie nicht perfekt stimmt. In diesem Fall reicht es aber aus, dass es zwei Wochen vor der Mondfinsternis am 1. Juni zu einer partiellen Sonnenfinsternis am Nordpol und zwei Wochen nach der Mondfinsternis am 1.7. zu einer partiellen Sonnenfinsternis am Südpol kommt. Ein solches Tripel von Finsternissen ist recht selten. Für uns ist davon aber nur die Mondfinsternis zu beobachten.

 

Besonders auffällig ist bei einer Mondfinsternis, dass der Mond im Kernschatten rot erscheint. Bei weitem nicht so hell wie der Vollmond, aber noch gut zu erkennen und hübsch farbig. Für dieses schöne Farbschauspiel ist unsere  Erdatmosphäre verantwortlich. Hätte die Erde keine Atmosphäre, könnte man den Mond im Kernschatten nicht sehen. Aber in unserer Lufthülle wird das Licht der Sonne abgelenkt („gebrochen“) und zwar in den Schatten der Erde hinein. Zusätzlich wirkt unsere Luft wie ein Farbfilter. Wir kennen das: Geht die Sonne auf oder unter wird sie manchmal  rötlich verfärbt. Genau diese Rotfärbung erleidet auch das Sonnenlicht, das in den Schatten der Erde abgelenkt wird. Dieses rötliche Licht taucht den Mond in den faszinierenden Schein. Zuerst taucht der Mond aber in den so genannten Halbschatten. Dies fällt zunächst nicht auf und macht sich schließlich wie ein trüber Schleier über den Mond bemerkbar. Erst wenn der Mond in den Kernschatten der Erde eintritt wird das Ergebnis dramatisch. Der Mond wirkt wie zunehmend angebissen, bis er nach ca. einer Stunde ganz in den Kernschatten eingetreten ist. Im Kernschatten erscheint er dann im roten Licht. Beim Austritt aus dem Kernschatten verliert sich die rote Farbe langsam gegen den hellen Vollmond. Der letzte „Schleier“ über dem Mond verzieht sich dann beim Austritt aus dem Halbschatten. 

 

Leider wird diese Mondfinsternis nur in Teilen zu sehen sein. Der Mond geht von Hamburg aus gesehen erst um 21.43 Uhr MESZ auf. Der Mond steht dann schon im Kernschatten der Erde. So dicht am Horizont und in der hellen Dämmerung dürfte dies zunächst nicht zu beobachten sein. Da der Mond aber erst um 23.03 beginnt den Kernschatten zu verlassen, bleibt genug Zeit, um einen Blick auf den verfinsterten Mond zu werfen. Tief im Südosten stehend (4 Grad!) wird der rote Mond bei klarer (!) Sicht um 22.30 Uhr ein hübsches Motiv sein. Hobbyfotografen können versuchen den verfinsterten Mond mit einem irdischen Vordergrund zu kombinieren. Man muss aber bedenken, dass der verfinsterte Mond recht lichtschwach ist. Eine zu lange Belichtungszeit führt aber zu einem unscharfen Mondbild. Dank moderner Digitalkameras kann man dies aber sofort kontrollieren und neu probieren. Anders als bei totalen Sonnenfinsternissen bleibt in diesem Fall genügend Zeit für solche fotografischen Experimente. Die Zeiten auf der NASA-Seite sind in Weltzeit (für uns + 2 Stunden während der Sommerzeit).

 

Die nächste totale Mondfinsternis findet am 10.Dezember statt. Aber auch dann geht der Mond schon verfinstert auf. 

 

Ablauf der Mondfinsternis am 15.6.2011 über Hamburg.