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Aktivitäten in Occator

18.03.2016

Occator ist ein 90 Kilometer großer Krater auf Ceres mit interessanten hellen Flecken in seinem Inneren. Diese Flecken zeigen erstaunliche Aktivitäten, die die Raumsonde Dawn kürzlich beobachten konnte. Dawn wurde 2007 gestartet, um zwei besondere Objekte im Asteroidengürtel zu erforschen. Zwischen Mars und Jupiter befinden sich unzählige Brocken, die die Sonne umkreisen. Die Schwerkraft von Jupiter hat vermutlich verhindert, dass sich diese Brocken zu einem Planeten zusammenfügen konnten. Die Brocken stammen aus der Frühzeit des Sonnensystems. Ceres ist mit fast 1000 Kilometern Durchmesser der größte Vertreter dieser Gruppe und wurde schon 1801 entdeckt. Es folgten Pallas 1802, 1804 Juno und 1807 Vesta. Zu dieser Zeit kannte man die sieben Planeten bis Uranus – Neptun wurde erst 1846 entdeckt. Ab 1845 fand man auch weitere Objekte des Asteroidengürtels. Von 1807 bis in die 40er Jahre des 19. Jahrhunderts hinein wurden Ceres, Palla, Juno und Vesta als Planeten eingestuft. Als man immer mehr Objekte im Asteroidengürtel fand, wurden sie zu Kleinplaneten degradiert. 2006 wurde Ceres wieder zu einem Zwergplaneten aufgewertet, als Pluto seinen Planetenstatus verlor und man erstmals überhaupt eine Definition für einen Planeten festlegte. Vesta blieb ein Kleinplanet, da er eine zu unregelmäßige Form aufweist und zu sehr von einer Kugel abweicht. Dawn erreichte Vesta 2011 und verließ ihn ein Jahr später wieder in Richtung Ceres. Schon bei der Annäherung fielen an manchen Stellen helle Flecken auf, besonders die in dem Krater Occator. Das Weltraumfernrohr Herschel konnte in den  Jahren 2011 bis 2013 im infraroten Licht Wasserdampf um Ceres nachweisen und helle Gebiete als Quelle nahelegen. Dieser Wasserdampf wird augenscheinlich nicht in heftigen Fontänen ins All geschleudert, wie das zum Beispiel beim Saturnmond Enceladus passiert, sondern durch eine allmähliche Ausgasung im Sonnenlicht.

Beobachtungen von der Erde aus konnten diese Beobachtungen jetzt untermauern. Im Spektrum von Ceres zeigen sich durch die Rotation von Ceres charakteristische Schwankungen. Diese werden aber durch Signale überlagert, die auf zeitweilige Dunstschichten über den hellen Flecken hinweisen. Diese Dunstschichten scheinen von Tag zu Tag zu schwanken. So konnten Beobachtungen von der Erde aus die Entdeckung dieser Dunstschichten durch Dawn bestätigen und sogar Änderungen in diesen Schichten nachweisen. Ceres ist, anders als Vesta, ein aktiver Himmelskörper. Die Wärme dazu muss durch den Zerfall von radioaktiven Elementen  im Inneren herrühren, wie man es zum Beispiel auch bei Pluto und Charon vermutet. 

 

Der 90 Kilometer große Krater Occator auf dem Zwergplaneten Ceres zeigt geheimnisvolle helle Flecken.

Der 90 Kilometer große Krater Occator auf dem Zwergplaneten Ceres zeigt geheimnisvolle helle Flecken.