Peter Higgs entwickelte 1964 mit mehreren Kollegen eine Theorie dafür, wie Teilchen eine Masse bekommen könnten. Dieser Mechanismus wurde später auf die Vereinheitlichung von der eletromagnetischen und schwachen Wechselwirkung angewandt. In der heutigen Standardtheorie spielt dabei das „Higgsteilchen“ eine wichtige Rolle. Als einziges Teilchen der Standardtheorie konnte es bisher nicht nachgewiesen werden. Das liegt an seine großen Masse (über 100 Mal so groß als Neutronen oder Protonen). Nur mit großen (und teuren) Beschleunigeranlagen kann man solche Teilchen erzeugen. Dazu werden Protonen auf fast Lichtgeschwindigkeit beschleunigt und dann zur Kollision gebracht. Die hohe Kollisionsenergie führt dann zu der Bildung neuer Teilchen.
Nachdem man in mehreren vermuteten Energiebereichen das Higgsteilchen nicht nachweisen konnte, scheint jetzt ein Durchbruch gelungen. Am Montag verkündet das Fermilab bei Chicago, dass mit einer gewissen, aber noch nicht überzeugenden Wahrscheinlichkeit, sie das Higgsteilchen bei einer Energie um 125 Giga-Elektronenvolt (GeV) gefunden hätten. Am Mittwoch verkündete das Cern bei Genf, dass man bei derselben Energie ebenfalls einen – allerdings ausreichend sicheren – Hinweis auf das Higgsteilchen gefunden hätten. Weiter Experimente müssten aber noch den Charakter des neuen Teilchens zeigen. Das es sich aber nicht um das erwartete Higgsteilchen handeln könnte ist unwahrscheinlich.
Mit dieser Entdeckung schließt sich eine wichtige Lücke in der modernen Physik und stärkt das Standardmodell.
Weiter Informationen zu dem Higgsteilchen auch in unserem Sondervortrag „Neues aus der Unendlichkeit“ am 14.9..