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Der Sternenhimmel im Februar 2010

Fixsterne, Wandersterne und Sternhaufen leuchten über uns

Ein prächtiger winterlicher Sternenhimmel erwartet uns auch noch im Februar –und ein leuchtend heller Planet Mars. Der Monat beginnt mit abnehmenden Mondlicht – am Valentinstag, am 14.Februar  ist Neumond – wenige Tage später taucht dann die zunehmende Mondsichel wieder abends auf. Am letzten Tag des Monats – am 28.Februar – steht schließlich der Vollmond südlich des Löwen – im Sternbild Sextant - die ganze Nacht am Himmel.
Über dem Nordosthorizont „hängen“  halbhoch die sieben Sterne des „Großen Wagens“  – mit den drei Deichselsternen nach unten gerichtet – und hoch über unseren Köpfen funkelt der helle Stern Capella im Fuhrmann. Er markiert den nördlichsten und daher eben höchsten Stern des „Wintersechsecks“, dessen funkelnde Pracht den gesamten südlichen Himmelsbereich einnimmt.  Der südlichste Stern in diesem Sternensextett ist Sirius im Sternbild „Großer Hund“. Sirius ist nach unserer Sonne nicht nur der hellste „Fixstern“ am Himmel, sondern in unseren Breiten sogar der nächstgelegenste – mit fast 9 Lichtjahren Distanz ist er zwar doppelt so weit entfernt wie Alpha Centauri – doch Alpha Centauri  gelangt bei uns im Norden nie über den Horizont. 
Dass Sterne gar nicht “fixiert” sind, sondern sich durch den Raum bewegen, fand erst Edmund Halley im Jahre 1718 heraus – und zwar durch genaue Positionsmessungen von Sirius. Im Jahr 1862 entdeckte man dann, dass Sirius ein so genannter „Doppelstern“ ist:  Er besteht aus 2 Sonnen: Sirius A und B. Sirius B ist 10.000 mal lichtschwächer als Sirius A – er ist der erste so genannte „Weisse Zwergstern“ , eine ausgebrannte, kompakte „Sternleiche“.  Mit bloßem Auge sehen wir daher nur “Sirius A”.
Ziehen wir in Gedanken eine Linie vom prächtigen Sirius hoch hinauf zu Capella im Fuhrmann, so folgen wir damit dem Verlauf der winterlichen Milchstraße, die wir nur von einem dunklen Beobachtungsort in voller Pracht erkennen.
Rechts und links der Milchstraße gibt es ein wahres Gipfeltreffen heller Sterne – allen voran das Prachtstück des Winters, die wohl schönste Sternenfigur überhaupt: Orion, der Himmelsjäger.  Ziehen wir eine Linie von Sirius über die 3 Gürtelsterne des Orions weiter nach rechts oben, also nach Westen, so treffen wir rechts über dem Orion auf Aldebaran, das rote Auge des Stiers – und darüber hinaus auf das kompakte „Siebengestirn“ – die Plejaden im Stier.
Höher als Sirius im Süden funkeln Prokyon und das Zwillingspaar Castor und Pollux.
Ein heller Lichtpunkt fällt uns hoch im Südosten auf. Es ist der Mars, der fast so hell wie Sirius strahlt – aber nicht funkelt, sondern in ruhigem gold-gelben Licht  scheint:  Es ist Mars, kein Fixstern also keine selbst leuchtende Sonne – sondern ein „Wandergestirn“, ein Planet  wie unsere Erde. Mars ist unser äußerer Nachbarplanet, an dem unsere Erde Ende Januar in 99 Millionen Kilometern Distanz vorbeigezogen ist.  Mars wandert bis Ende Februar rückläufig durch das unscheinbare Sternbild Krebs und rückt näher auf die beiden Zwillingssterne Castor und Pollux zu. Wer regelmäßig seine Position verfolgt, der kann innerhalb weniger Tage diese Bewegung relativ zum Sternenhintergrund erkennen!  Mars ist die Nacht zu sehen und steht zusammen mit dem Sternbild Krebs um Mitternacht hoch im Süden und zu Beginn der Morgendämmerung am Nordwesthorizont. Am Abend des 26.Februar zieht der fast volle Mond an Mars vorbei.
Nur etwa 2 Grad unterhalb des Mars finden wir jetzt leicht den schönen offenen Sternhaufen M44 – die „Krippe“ oder lateinisch „Praesepe“ im Krebs. Zusammen mit Mars ist sie ein schöner Anblick im Fernglas. Abseits störender Lichter der Stadt ist die „Krippe“ schon mit bloßem Auge als kleine Aufhellung gut zu sehen. Hunderte heller Sonnen leuchten dort aus einer Distanz von 500 Lichtjahren zu uns „herüber“. Die Amerikaner sehen in diesem Sternengewimmel einen Bienenschwarm und nennen diesen Haufen “beehive” – also Bienenkorb.

Das zentrale Sternbild des Frühlings ist halbhoch im Südosten zu sehen  - „Links“ von Mars: das Sternentrapez des Löwen. Noch weiter östlich - im Sternbild Jungfrau - stoßen wir auf den Ringplaneten Saturn. Die Ringe des Saturns sind mit bloßem Auge nicht zu sehen – man braucht schon ein Fernrohr mit mindestens 30-facher Vergrößerung, um sie zu erkennen.
Unterhalb der Wagendeichsel – knapp über dem Ostnordosthorizont grüßt uns bereits ein heller, rötlicher Stern. Es ist Arktur im  „Bärenhüter“. Der Sage nach treibt er den „Großen Bären“ – das ausgedehnte Sternbild zu dem die 7 Wagensterne eigentlich gehören – vor sich her. Arktur wird in den kommenden Stunden im Osten immer höher steigen.

Mars und Saturn bleiben die einzigen Planeten, die wir in diesem Monat gut beobachten können .Venus wechselte zwar schon im Januar von der Morgenseite auf die Abendseite der Sonne – hat aber noch nicht genügend Winkelabstand um als „Abendstern“ zu glänzen. Allenfalls am Monatsende kann man sie erstmals für wenige Minuten in der Abenddämmerung im Südwesten sehen. Auch der sonnenächste Planet Merkur und der Riesenplanet Jupiter verstecken sich im Glanz der Sonne. Jupiter kann vielleicht noch in den ersten Monatstagen in der Abenddämmerung gesehen werden, bevor auch er verschwunden ist und  am Monatsende in Konjunktion zur Sonne gelangt.

Mehr zum aktuellen Sternenhimmel und zur Sichtbarkeit der Planeten können Sie wie immer im Planetarium Hamburg erfahren.

Klare Sicht wünscht Ihnen Ihr 

Thomas Kraupe

Die Karte zum Download zeigt den Nachthimmel über Hamburg
Im Mittelpunkt der Karte ist der Zenit, und der Rand ist unser Horizont.
Die Position und Phase des Mondes ist im Abstand einiger Tage ebenfalls eingetragen. Drehen Sie die Karte so, dass ihre jeweilige Blickrichtung nach unten zeigt.

Diese Monatssternkarte ist auch erhältlich im Planetarium Hamburg oder kann im Internet zusammen mit dem dazu gehörenden Sternen-Podcast herunter geladen werden unter http://www.abendblatt.de/sterne