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Der Sternenhimmel im August 2016

Planetenpaare und ein himmlisches Feuerwerk

Der August bietet uns zwei große Begegnungen von Planeten und ein außergewöhnliches Feuerwerk von Sternschnuppen. Bereits eine halbe Stunde nach Sonnenuntergang lohnt der Blick nach Westen, um am dämmrig hellen Abendhimmel noch den Planeten Jupiter erspähen, bevor dieser bis Ende August im Lichtbereich der Sonne verschwindet. Für Beobachter in Norddeutschland steht Jupiter dabei nur noch wenige Grade über dem Horizont und verschwindet bereits kurz nach 22 Uhr im Horizontdunst. Zu seinem Abschied grüßt am 6.August die Sichel des zunehmenden Mondes links neben Jupiter. Allerdings kommt es in diesem Monat noch zu einer großartigen Begegnung des Jupiters mit dem hellen Abendstern Venus. Doch diese ganz große „Show“ von Jupiter und Venus ist leider nur in südlicheren Breitengraden in voller Pracht und mit bloßem Auge zu erleben. Venus taucht zwar auch bei uns in Deutschland ganz allmählich als „Abendstern“ in der Dämmerung auf und steht dabei rechts von Jupiter im Sternbild Löwe. Venus geht jedoch noch vor Jupiter unter und ist zunächst nur schwer über dem dämmrig-hellen Westhorizont zu sehen.
Jupiter wandert gemächlicher als Venus und wechselt am 9.August ins nächste Tierkreissternbild Jungfrau. Venus pirscht sich Abend für Abend immer näher an ihn heran und in der Nacht vom 27. auf den 28.August überholt sie den Jupiter. Venus zieht nur 4 Bogenminuten nördlich an ihm vorbei. Diese enge Begegnung der zwei hellsten Planeten ereignet sich bei uns leider so horizontnah und kurz nach Sonnenuntergang, dass  man dieses schöne Planetenpaar allenfalls mit einen Fernglas in der Abenddämmerung sehen kann.
Wer sich im Sommerurlaub in südlicheren Gefilden aufhält, der hat bessere Chancen und kann die Annäherung der Venus an Jupiter Abend für Abend gut mit bloßem Auge verfolgen. Ein wunderbarer Anblick!
Leichter ist es bei uns, eine andere Begegnung zu verfolgen, die sich ebenfalls in der Abenddämmerung in südlicher Richtung abspielt! Dort tummeln sich zwei weitere Planeten, die durch ihr ruhiges Licht am Ende der Abenddämmerung auffallen.
Da ist der rötlich-orange glimmende Planet Mars, der vor dem weit entfernten Sternenhintergrund des Tierkreissternbildes Waage seine Bahn um die Sonne zieht. Am 2.August wechselt er ins Sternbild Skorpion und steuert auf den Saturn zu. Nutzen Sie die Abende im August um zu sehen, dass die beiden Planeten ihrem Namen als „Wandergestirne“ (griech. „planetes“) alle Ehre machen. Mars umkreist die Sonne als 4.Planet zwar langsamer als die Erde, jedoch viel schneller als der weiter außen umlaufende 6.Planet Saturn. Passend zu den Olympischen Spielen in Rio werden wir im August Zeugen ein großes planetaren Wettrennens zwischen den beiden Wandergestirnen.
Saturn hat zu Monatsbeginn noch einen deutlichen Vorsprung. Aber innerhalb von drei Wochen rückt Mars von rechts, also von Westen kommend, immer näher an Saturn heran, der im Schlangenträger gemächlich wandert. Saturn befindet sich nur  wenige Grade nördlich von Antares, dem rötlichen Hauptstern des Skorpions. Bereits am 11.August bildet der zunehmende Halbmond mit Mars und Saturn ein schönes, nahezu gleichseitiges Dreieck. Am 24.August tritt Mars dann zwischen Antares und Saturn. Er zieht dabei knapp nördlich an Antares und  viereinhalb Grad südlich an Saturn vorbei.  Eine ganz besondere Konstellation!
Leider gehen beide Planeten zusammen mit Antares schon vor Mitternacht unter und man kann das Ereignis im hohen Norden Deutschlands nur noch schwer in Horizontnähe beobachten… All diejenigen, die im August ihren Sommerurlaub im Süden verbringen, haben auch bei dieser besonderen Planetenkonstellation viel bessere Bedingungen. Umso mehr man sich tropischen Breitengraden nähert, umso höher und länger kann man sowohl die Venus mit Jupiter - als auch die Himmelsregion rund um den Skorpion mit Mars und Saturn sehen. Bereits im Mittelmeerraum und besonders auf den kanarischen Inseln sind die beiden planeten-Paare prächtig zu sehen.
Im Westen leuchtet abends der helle, rötliche Stern Arktur im Bärenhüter. Weiter rechts - im Nordwesten leuchten die sieben Sterne des  „Großen Wagens“ -  der hellste Teil des Sternbilds „Großer Bär“.
Hoch über unseren Köpfen funkelt ein heller bläulich-weißer Stern. Es ist die Wega im Sternbild Leier. Wega  ist  der hellste Stern im riesigen Sommerdreieck. Fast ebenso hoch wie Wega, steht „links“ von ihr der Stern Deneb im Schwan - während unterhalb der Beiden der etwas schwächere Atair die Südspitze des Sommerdreiecks markiert. Wega-Deneb-Atair - dieses Sommerdreieck wird uns bis Dezember begleiten - allerdings ist es nur in den Sommernächten die ganze Nacht über zu sehen - daher sein Name.
Die ersten Vorboten des Herbstes sind bereits abends im Osten zu finden - darunter Pegasus - das „Herbstviereck“. Wie eine überdimensionale Vorfahrtstafel steht es schon zu Beginn der Nacht über dem Osthorizont.
Im August können wir endlich wieder einen dunklen Nachthimmel genießen - bereits vor Mitternacht verschwindet der helle Dämmerschein.  Doch nur unter besten Sichtbedingungen, abseits störender Lichter der Stadt, zeigt sich auch die sommerliche Milchstraße in voller Pracht. Es lohnt sich dieses quer über den Himmel verlaufende Lichtband mit dem Fernglas entlangzuwandern - vom südlichsten Tierkreissternbild Schütze steil empor über die Sternbilder Adler, vorbei an Atair, durch das Sternbild Schwan – hin zum "Himmels-W" der Kassiopeia und dem Herbststernbild Perseus im Nordosten.
In den Stunden nach Mitternacht ist unser Blick zum Himmel zunehmend in die Flugrichtung der Erde um die Sonne gerichtet - wir haben Logenplätze für eines der großartigsten Schauspiele, das uns die Natur bietet: Den Meteorschauer der Perseiden! Unser Planet Erde kreuzt bei seinem Umlauf um die Sonne jedes Jahr zwischen dem 5. und 15.August die Bahn des Kometen Swift-Tuttle und "pflügt" durch die von ihm zurückgelassene „Querstraße aus Staubteilchen“. Vorzugsweise nach Mitternacht prallen diese kosmischen Staubpartikel auf die Erdatmosphäre über uns und erzeugen Leuchtspuren. Es sind verglühende Trümmer eines Kometen. Einige der Partikel, die in etwa hundert Kilometer Höhe über dem Erdboden aufleuchten, werden hell genug um auch über der Großstadt sichtbar zu werden – oft leuchten diese Meteore  auch längere Zeit nach.
Etwas Geduld ist jedoch nötig - aber in den Nächten vom 5. bis 15.August sollten Sie alle paar Minuten eine solche Sternschnuppe sehen können, darunter einige sehr helle. Die Mehrheit der lichtschwächeren Meteore ist nur von einem dunklen Standort abseits der Lichtfülle der Großstadt sichtbar. Dieses Jahr sind die Bedingungen recht gut, denn der unweit von Mars und Saturn im Skorpion platzierte zunehmende Mond stört nur bis Mitternacht mit seinem Licht. In der Nacht des Maximums - vom 11. auf den 12.August - sinkt er bereits kurz nach Mitternacht zum Südwesthorizont.
Die Perseiden scheinen aus dem Sternbild Perseus zu kommen und flitzen in alle Himmelsrichtungen.  Verlängert man in Gedanken ihre glühenden Leuchtspuren zurück, so scheinen sie tatsächlich  alle von einem Punkt im Nordosten, dem „Radianten“ im Sternbild Perseus an der Grenze zum „Himmels-W“ auszustrahlen. Daher ist dieser alljährliche Meteorschauer als „Perseiden“ bekannt.
Nehmen Sie sich Zeit und legen oder setzen Sie sich in diesen Nächten voller Sternschnuppen unter das Sternenzelt - besonders nach Mitternacht in der Nacht des Maximums vom 11. auf den 12.August. Abseits der Stadt erwartet Sie bis zum Beginn der Morgendämmerung ein unvergessliches Erlebnis - ja es könnte dieses Jahr sogar zu einem wahren Feuerwerk heller Sternschnuppen kommen, da alle 12 Jahre der Planet Jupiter die Bahnen der Staubteilchen besonders stark Richtung Erde verschiebt.

Die Sternkarte zeigt den Anblick des Himmelsgewölbes über Hamburg für 23 Uhr Anfang August MESZ, Mitte August 22 Uhr MESZ und Ende August 21 Uhr MESZ. Die Karte ist so zu halten, dass die Himmelsrichtung, in die man schaut, auf der Karte unten ist.

Diese Monatssternkarte ist auch erhältlich im Planetarium Hamburg oder kann im Internet zusammen mit dem dazu gehörenden Sternen-Podcast herunter geladen werden unter http://www.abendblatt.de/sterne