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Der Sternenhimmel im März 2010

Die Nächte des Ringplaneten

 

Deutlich sind die Zeichen am Sternenhimmel, dass der Winter zu Ende geht – die hellen Sterne des Winters sind nur noch in der ersten Nachthälfte gut sichtbar.
Der Himmelsjäger Orion, das zentrale Sternbild des Winters, durchwandert bereits am frühen Abend die Himmelsmitte und rückt zum Westhorizont gerückt.  Halbhoch über dem Orion stehen die beiden Zwillingssterne Castor und Pollux – und gleich „links“ daneben der durch sein ruhiges Licht auffallende Planet Mars.
Mars bringt nun bereits um etwa 21 Uhr seine Höchststellung im Süden hinter sich und strebt dem Westhorizont zu. Seine Oppositionsperiode in der er rückläufig immer näher an die Zwillingssterne heranrückte geht zu Ende. Ab dem 11. März marschiert Mars im Sternbild Krebs wieder ostwärts Richtung Sternbild Löwe. Seine Helligkeit nimmt dabei weiter ab. Übrigens - wer unseren anderen Nachbarplaneten Venus sehen will, der muss bereits kurz nach Sonnenuntergang Ausschau halten, denn Venus ist als heller „Abendstern“ nur in der späten Abenddämmerung im Westen zu finden.

Das Frühlingssternbild Löwe zeigt sich im Süden. Halbhoch im Süden fällt es uns auf. Eine sichelförmige Sternanordnung markiert Kopf und Mähne dieses  Tierkreissternbildes. Man kann sich diese Sternensichel auch als „gespiegeltes Fragezeichen“  einprägen. Hellster Stern im Löwen ist der bläulich funkelnde „Regulus“ der auch „Cor Leonis“ - also Herz des Löwen – genannt wird.  Er ist 77 Lichtjahre von uns entfernt, das bedeutet, wir sehen Licht das er vor 77 Jahren von seiner glühend heißen Oberfläche abgestrahlt hat. Regulus galt schon den Babyloniern als einer der wichtigsten „Königssterne“, denn dieser Stern liegt fast genau in der Ebene der Erdbahn um die Sonne, nahe der auch alle anderen Planeten und unser Mond ihre Bahnen ziehen. Regelmäßig passieren diese Wandergestirne den Regulus – z.B. unser Mond am 26./27. dieses Monats.
Regulus steht am westlichen rechten Ende der Basis eines Sternentrapezes, das den Körper des Löwen markieren soll. Der Löwe ist neben der Jungfrau und dem Großem Bären das wohl wichtigste Sternbild, das wir uns am Frühlingshimmel einprägen sollten. Genau parallel zur Basis des Löwentrapezes steigt hoch über unseren Köpfen der Kasten des Großen Wagens Richtung Zenit. Die Figur des „Große Wagen“ ist tatsächlich kein eigenes Sternbild, sondern es sind nur die hellsten Sterne des viel weiter ausgedehnten Sternbildes „Großer Bär“. 
Verlängern wir den Bogen der Wagendeichsel, so führt er uns zu  dem hellen, rötlichen Stern Arktur im Bärenhüter. Der Sage nach treibt er den „Großen Bären“  vor sich her. Ziehen wir den Deichselbogen über Arktur hinaus noch weiter nach Südosten, so treffen wir auf  die Sterne der Jungfrau. Sie folgt dem Löwen im Tierkreis. Spica, der bläuliche, helle Hauptstern der Jungfrau wird uns erst in der zweiten Nachthälfte besonders auffallen.

Zwischen Spica am Südosthorizont und Regulus fällt uns ein weiteres Gestirn auf das ein ruhiges gold-gelbes Licht zeigt. Es ist der berühmte Ringplanet Saturn im Sternbild Jungfrau. In der Nacht vom 21. auf den 22.März wird er von unserer Erde überholt und so stehen sich dann Sonne und Saturn im Tierkreis genau gegenüber – Saturn geht bei Sonnenuntergang auf und ist die ganze Nacht zu sehen.
Immerhin eine Stunde und elf Minuten benötigt das an Saturn reflektierte Sonnenlicht zur Erde – denn Saturn ist der fernste unter den freisichtigen Planeten. Er ist achteinhalb Mal weiter von der Sonne entfernt als unsere Erde. In der Vollmondnacht vom 29. auf den 30.März zieht übrigens die helle Mondkugel an unserer Sichtlinie zum Saturn vorbei – Vollmond und Saturn bilden dann ein schönes Paar.

Saturn bleibt im März der einzige Riesenplanet den wir sehen können -  sein „großer Bruder“ Jupiter bleibt noch immer im hellen Glanz der Sonne verborgen.
Und wer den sonnenahen Planeten Merkur sehen will, der kann ihn nur gegen Monatsende finden wenn er nahe der viel helleren Venus in der Abenddämmerung am Westhorizont leuchtet.

Mehr zum aktuellen Sternenhimmel und zur Sichtbarkeit der Planeten können Sie wie immer im Planetarium Hamburg erfahren.

Klare Sicht wünscht Ihnen Ihr 

Thomas Kraupe

Die Karte zum Download zeigt den Nachthimmel über Hamburg
Im Mittelpunkt der Karte ist der Zenit, und der Rand ist unser Horizont.
Die Position und Phase des Mondes ist im Abstand einiger Tage ebenfalls eingetragen. Drehen Sie die Karte so, dass ihre jeweilige Blickrichtung nach unten zeigt.

Diese Monatssternkarte ist auch erhältlich im Planetarium Hamburg oder kann im Internet zusammen mit dem dazu gehörenden Sternen-Podcast herunter geladen werden unter http://www.abendblatt.de/sterne

Der März markiert den Übergang vom Winter zum Frühling. Die Zeit zur Beobachtung der Sterne wird nun deutlich kürzer. Genau am 20.März um 18 Uhr 32 MEZ überschreitet die Sonne die Ebene des Erdäquators nordwärts und damit beginnt auf der Nordhalbkugel der Erde der Frühling. Die Sonne steht danach bei uns länger über als unter dem Horizont. Auch das Mondlicht schränkt unsere Sternensicht weiter ein: Bis zum 4.März geht der abnehmende Mond noch vor Mitternacht auf und nach dem Neumond am 15.März erhellt der zunehmende Mond in der zweiten Monatshälfte den Abendhimmel immer stärker – bis schließlich am 29.März die helle Vollmondnacht erreicht ist. Für unsere Exkursion in die Welt der Sterne sind daher die Abende zwischen dem 4. und 18.März besonders geeignet, denn sie sind ungestört durch Mondlicht.