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Der Sternenhimmel im Februar 2012

Ein Wettrennen der Planeten am Nachthimmel

 

Im Februar werden die Tage merklich länger und die Nächte kürzer. Am Monatsende steht die Sonne mittags schon deutlich höher und  fast 11 Stunden am Himmel.  Sie wechselt am 16. Februar vom Tierkreissternbild Steinbock in den Wassermann.
Der Monat beginnt mit einem bauchigen Mond, der Abend für Abend immer dicker wird. Am 7.Februar erhellt er als Vollmond im Grenzbereich  der Sternbilder Krebs-Löwe die ganze Nacht. Am 14. haben wir abnehmenden Halbmond und am 21. Neumond. In den letzten Monatstagen zeigt sich der Mond dann als prächtige Sichel am Abendhimmel.

Der Februar ist vielleicht der beste Monat um Sirius, den hellsten Fixstern zu sehen, denn er erreicht bereits in den frühen Abendstunden seine größte Höhe im Süden. Sirius im Sternbild „Großer Hund“ ist der südlichste Stern im Wintersechseck und funkelt bläulich-weiß etwa eine Handspanne über der Südrichtung. Am frühen Abend - gegen 19 oder 20 Uhr - können wir Sirius auch noch gut mit dem „Abendstern“ Venus vergleichen der noch viel heller leuchtet. Venus zeigt im Vergleich zu den funkelnden Fixsternen ein ruhiges Licht. Überhaupt – es lohnt sich schon in der Abenddämmerung zum Himmel zu schauen denn es bahnt sich dort ein Treffen von Venus und Jupiter , der beiden hellsten Planeten an! „Abendstern“ Venus ist zu Monatsbeginn noch 40 Grad östlich von Jupiter entfernt. Ende Februar trennen sie nur noch gut 10 Grad – sie sind zu einem prächtigen Paar geworden. Vom 25. Bis 27.Februar zieht die Sichel des zunehmenden Mondes an dem beiden Planeten vorbei – wunderschön!

Kurz nach 22 Uhr ist Venus bereits im Westen untergegangen – nur noch Jupiter leuchtet im Westen zusammen mit Sirus im Süden. Ziehen wir in Gedanken eine Linie von Sirius hoch hinauf zu Capella im Fuhrmann, die über uns funkelt, so folgen wir damit dem Verlauf der winterlichen Milchstraße, die wir nur von einem dunklen Beobachtungsort in voller Pracht erkennen.  Rechts und links der Milchstraße gibt es ein wahres Gipfeltreffen heller Sterne – allen voran das Prachtstück des Winters, die wohl schönste Sternenfigur überhaupt: Orion, der Himmelsjäger. Wir finden ihn „rechts“, also westliche der Linie Sirius-Capella auf halber Höhe im Südsüdwesten.
Unübersehbar - fast wie ein Schmetterling wirkt seine Gestalt. Eine auffällige Kette von drei gleichhellen Sternen bildet den Gürtel des Jägers, jeweils zwei helle Sterne darüber und darunter die Schultern bzw. die Füße der Jägergestalt. 
Ziehen wir eine Linie von Sirius über die 3 Gürtelsterne des Orions weiter nach rechts oben, also nach Westen, so treffen wir rechts über dem Orion auf Aldebaran, das rote Auge des Stiers – und darüber hinaus auf das kompakte „Siebengestirn“ – die Plejaden im Stier. Höher als Sirius im Süden funkeln Prokyon und das Zwillingspaar Castor und Pollux.

Diese Zone der hellen Wintersterne rund um den Orion wird sich in den kommenden Stunden allmählich Richtung Westen  verlagern – während im Osten neue Sterne auftauchen. Der Frühling naht - halbhoch im Südosten ist bereits das zentrale Sternbild des Frühlings zu sehen – das Sternentrapez des Löwen. Wie ein Rubin leuchtet Mars in diesem Tierkreissternbild. Der Planet wird nun immer auffälliger! Wenn wir ihn Nacht für Nacht beobachten, so merken wir dass er sich westwärts unter den Sternen Richtung Regulus, dem hellsten Stern dieses Sternbilds bewegt. Diese „Rückläufigkeit“ – entgegen der normalen Laufrichtung um die Sonne – ist nur scheinbar. Tatsächlich setzt unsere Erde auf ihrer schnelleren Innenbahn in den kommenden Wochen zum Überholmanöver an - der „Rote Planet“ bleibt deshalb scheinbar unter den Sternen zurück. Während wir uns Mars nähern, erscheint er uns immer heller und im Fernrohr immer größer. Im März wird die Erde unseren äußeren Nachbarplaneten überholen – die „Marsopposition“ tritt ein. Geht Mars Anfang Februar etwa 3 Stunden nach Sonnenuntergang auf, so zeigt er sich am Monatsende schon kurz nach Sonnenuntergang.

Über dem Nordosthorizont „hängen“  halbhoch die sieben Sterne des „Großen Wagens“  – mit den drei Deichselsternen nach unten gerichtet. 
auf gleicher Höhe im Nordwesten die Zickzack-Figur der Kassiopeia – das „Himmels-W“. Unterhalb der Wagendeichsel – knapp über dem Ostnordosthorizont grüßt uns bereits ein heller, rötlicher Stern. Es ist Arktur im  „Bärenhüter“. Der Sage nach treibt er den „Großen Bären“ – das ausgedehnte Sternbild zu dem die 7 Wagensterne eigentlich gehören – vor sich her. Arktur wird in den kommenden Stunden im Osten aufsteigen - ebenso das Tierkreissternbild Jungfrau. Dort bahnt sich ein weiterer Wettlauf an – denn in diesem Tierkreissternbild ist der Planet Saturn unterwegs: Saturn hat mehr Vorsprung als Mars – aber unsere Erde wird auch ihn überholen, allerdings erst im April später als den Mars. In der Nacht vom 12. auf den 13.Februar zieht der abnehmende Mond am Ringplaneten vorbei. Den schönsten Blick zu Saturn hat man derzeit erst gegen 4 Uhr morgens wenn er zusammen mit der funkelnden Spica, dem Hauptstern der Jungfrau, halbhoch die Südrichtung passiert.
Alle mit bloßem Auge sichtbaren Planeten können wir in diesem Monat gut beobachten, denn auch Merkur taucht wieder auf – allerdings nur für wenige Minuten können wir ihn am Abendhimmel in der Dämmerung am Westhorizont aufsuchen.
Genießen sie die Sterne im Februar  – sie haben in diesem Schaltjahr sogar eine Nacht mehr Zeit dafür.... 

Mehr zur Sichtbarkeit der Planeten und zum aktuellen Sternenhimmel können Sie wie immer im Planetarium Hamburg erfahren.

Klare Sicht wünscht Ihnen Ihr 
Thomas Kraupe


Die Sternkarte zeigt den Anblick des Himmelsgewölbes über Hamburg für Anfang Oktober 23 Uhr und  Mitte Oktober 22 Uhr MESZ  sowie Ende Oktober 22 Uhr MEZ. Die Karte ist so zu halten, dass die Himmelsrichtung, in die man schaut, auf der Karte unten ist.

Diese Monatssternkarte ist auch erhältlich im Planetarium Hamburg oder kann im Internet zusammen mit dem dazu gehörenden Sternen-Podcast herunter geladen werden unter http://www.abendblatt.de/sterne