Freitag, 12.März 2010
In dunkler, klarer Nacht fällt „links unterhalb“ von Mars im Krebs der Sternhaufen „Praesepe“ als körniger Lichtfleck schon mit bloßem Auge auf. Bei geringer Vergrößerung im Fernrohr erkennt man etwa 50 Sterne, die allesamt Sonnen sind, die unsere Sonne etwa 80-mal an Leuchtkraft übertreffen. Aus einer Entfernung von immerhin 613 Lichtjahren sind sie dennoch an der Grenze der Sichtbarkeit für das bloße Auge. Zählt man auch die unscheinbaren leuchtschwächeren Sterne, so gehören mindestens 300 Sterne zur Praesepe. Diese Sterne haben sich vor etwa 700 Millionen Jahren aus einer gemeinsamen Gas- und Staubwolke zusammengeklumpt und entwickeln sich nun je nach ihrer Masse unterschiedlich schnell. Für die Astrophysiker sind sie ein ideales Testlabor für Modellrechnungen zur Sternentwicklung. Tatsächlich haben einige Sterne bereits ihren Brennstoff an Wasserstoff aufgebraucht, ihre Gashüllen verloren und den ausgebrannten „Kernreaktor“ im Inneren freigelegt, der als sich abkühlender so genannter „Weißer Zwerg“ sichtbar ist. Insgesamt sieben Weiße Zwerge hat man in Praesepe gefunden, die man aufgrund der genau bekannten Entfernung präzise vermessen kann.
Klare Sicht wünscht Ihnen
Ihr
Thomas W. Kraupe
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