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Der kosmische Lasershowroom

Im Jahre 2001 wurde die Showlaseranlage des Planetarium Hamburg installiert und aufgrund ihrer großen Beliebtheit 2005 sowie 2006 weiter ausgebaut. Sie gilt nun als die größte und modernste Showlaseranlage der Welt.

Durch diese unerreichte Leistungsstärke erleben Sie im Planetarium Hamburg Farben, die in dieser Brillanz sonst kaum zu sehen sind. Von den Laserbeams aus neun Projektoren werden Sie im wahrsten Sinne des Wortes berührt - einmalig!

Die Laser

Quelle des magisch wirkenden Laserlichtes ist ein so genannter "DPSS-Laser" ("Diode-Pumped-Solid-State"), ein innovativer Festkörperlaser der neuesten Generation, der im Planetarium Hamburg seit neuestem für spektakuläre Lasereffekte sorgt. Er ist auf einer optischen Bank in der Technikzentrale unter dem Cockpit des Sternensaals installiert.

Dieses "LightCube-Lasersystem" der schwäbischen Firma HB-Laser (www.hb-laser.de) hat mit dieser neuen Technologie mehrere herausragende Merkmale, wie zum Beispiel bessere Farbbrillanz und enorme Energieersparnis. So konnte bei der Erweiterung der Anlage von 5 Watt Laserlichtleistung auf eine Leistung von über 17 Watt der Energiebedarf von 40 kW auf 1,5 kW reduziert werden. Ebenso benötigte die alte Technologie ca. 1.000 Liter Kühlwasser pro Stunde. Mit der neuen Technologie konnte auf den Einsatz von Kühlwasser komplett verzichtet werden. Als weiterer Vorteil ist die mehr als doppelte Lebenserwartung der Lasersysteme zu verzeichnen.

Die erwähnte Farbbrillanz springt förmlich ins Auge: Fantastische und intensive Farben - z.B. strahlendes Weiß und ein äußerst selten zu sehendes, reines Tiefblau, wie man es bisher von Lasershows nicht kannte!

Die Projektoren

Über viele Meter Glasfaserkabel gelangt das Laserlicht verlustfrei aus der Technikzentrale zu den insgesamt 9 Laserprojektoren, die im Sternensaal verteilt installiert sind. Mit ihren Spezialscannern können diese unabhängig von einander steuerbaren Laserprojektoren die gesamte Kuppel mit Lasergrafiken abdecken. Diese weltweit einmalige Technik ermöglicht es, detailliertere und schärfere Grafiken auf die Kuppel zu projizieren, als dies mit herkömmlicher Fischaugenlinsentechnik möglich wäre.

Mit Hilfe von zusätzlichen Grating-Effektboxen erhalten gescannte Lasergrafiken eine zusätzliche Dynamisierung. Die beiden zentralen Projektoren sind auf 2 Mitsubishi-Robotern neben dem Zeiss-Starball montiert. Diese Robotarme können die Laserprojektion frei im Raum schwenken und auch gezielt auf die Kuppel richten.

Der Frontprojektor lässt sich zu gleichem Zweck per Hubzylinder um 2,5 Meter anheben und kann so über den Sternenball in der Raummitte hinweg projizieren. Komplettiert wird die Anlage durch 70 Effektspiegel, mit denen man ein wahres "Photonengewitter" im Sternensaal erzeugen kann.

Die Steuerung mit Hochleistungsrechnern

Der moderne Echtzeit-Hochleistungscomputer (Lacon 5 von Lobo, www.lobo.de) zur Steuerung der Laseranlage gewährleistet neben flexibler Programmierbarkeit auch die Möglichkeit, eine Lasershow live zu erstellen.

Dieser durch mehrere Preise ausgezeichnete Computer besticht neben seiner vollständig 3D-fähigen Systemarchitektur auch durch zukunftsweisende Techniken wie etwa die Scanlines, bei denen Videosequenzen mit dem Laser wiedergegeben werden können.
Darüber hinaus erlaubt der Lacon hoch qualifizierte Multimedia-Ansteuerungen  (Roboter, Lichtsteuerung, Duftmaschinen, Nebelmaschinen, Hubzylinder, Windmaschinen etc.)

Im Planetarium Hamburg werden mit dieser Plattform eigene Lasershows produziert. Dafür wurde eine externe Produktionsstation eingerichtet, welche ebenfalls mit einem Lacon 5 Multimediarechner von Lobo sowie der 3D-Laseranimationssoftware Utopia ausgestattet ist. Die Produktion einer Lasershow entspricht im Aufwand der eines Trickfilmes - Sekundenbruchteil für Sekundenbruchteil muss auf hoch spezialisierten Computern Bild für Bild gestaltet werden. Der technische Leiter des Planetarium Hamburg, Simon Böttcher, und sein Team, zeitweise unterstützt von Studenten der Fachhochschule Lübeck, sind Experten auf dem Gebiet des Laserdesigns. Das Team hat bereits mehrfach Preise gewonnen, so zum Beispiel den ILDA Award, den "Oscar" der Laserbranche.

Jährlich produziert das Team des Planetarium Hamburg ca. 30 Werke im Bereich Lasershow. Die künstlerischen Einsatzmöglichkeiten dieser Technik sind vielfältig - in Planetariumsshows zu Musik von Rolf Zuckowski bis Pink Floyd, von Volksliedern bis Rock, Pop, House und Ambient - in Graphikshows und Raumshows gleichermaßen und je nach Konzept in ganz unterschiedlicher Ausprägung. Vom Farb- und Licht-Gewitter bis zu schwebenden, schwere- und zeitlos wirkenden Lichtflächen - Laser ist ein schier unerschöpfliches Stilmittel in der Arena des Kosmos. Sogar in Wissensshows und Sondervorträgen des Planetariums wird es als didaktisches Werkzeug eingesetzt - zur Erklärung der in Sternenlicht verborgenen Botschaften.

Wenn Sie Laser bisher nur als hektische Lichtbalken in Techno-Discos kennen gelernt haben, dann sollten Sie unbedingt ins Planetarium Hamburg gehen und erleben, wie vielfältig, sinnlich-berauschend, farb- und formengewaltig dieses faszinierende Medium eingesetzt werden kann. Lassen Sie sich in diesem "kosmischen Licht- und Lasershowroom" verzaubern

 

Laserbank Planetarium Hamburg

Die Laseranlage im Einsatz.

Farbenspiel mit Licht.

Laserimpression in Blau: Aus der Deep Space Night 3.0

Perseus und Andromeda als Laseranimation aus Sternbilder und Legenden der Herbstnacht. Die grünen Beams stammen von Projektoren die auf Industrierobotern montiert sind.