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  • Der Sternenhimmel im November 2017

Zu den Herbststernen

Die letzten Sterne des Sommers sinken abends Richtung Westen, und die Herbststerne regieren den Nachthimmel. Vom Sommerdreieck im Westen steigt das Lichtband der Milchstraße steil hinauf zum Himmels-W der Kassiopeia hoch über unseren Köpfen. Charakteristisch für den Herbst ist auch der abendliche Tiefstand des Großen Wagen. Die 7 Wagensterne stehen unter dem Polarstern im Norden. Am späteren Abend beginnt der Aufstieg des Großen Wagen. Mit den Kastensternen voran - oder besser gesagt: mit dem Kopf voraus steigt der Große Bär - zu dem der Große Wagen gehört - im Nordosten höher. Am Ende der Nacht sehen wir ihn dann schon hoch über unseren Köpfen, während Kassiopeia und Kepheus tiefer gesunken sind.

Der Hamburger Abendhimmel im November 2017
BildDer Hamburger Abendhimmel im November 2017

Der Sternenpodcast November 2017

Ihr Audioguide für die Sterne. Ob zuhause mit der Sternkarte oder unterwegs unter freiem Himmel - Planetariumsdirektor Thomas Kraupe führt Sie zu den interessantesten Sternbildern und Himmelsereignissen - jeden Monat neu und kostenlos. Hier können Sie die mp3-Audio-Datei direkt herunter laden. Dieser Podcast des Planetarium Hamburg wird Ihnen in Zusammenarbeit mit dem Hamburger Abendblatt präsentiert - mit freundlicher Unterstützung unserer Audio-Partner Prime Time Studios und Audio Consulting Group.

Perseus und Andromeda regieren

Südlich ihrer Mutter Kassiopeia finden wir die Prinzessin Andromeda am Himmel - genau zwischen dem Himmels-W und dem auffälligen, halbhoch im Süden stehenden Herbstviereck des Pegasus. Der nordöstliche Stern des Herbstvierecks, Alpha Andromeda, stellt ihren Kopf dar, von dem mehrere Sternenketten ausgehen, die den Körper und die Arme der Andromeda markieren. Südlich davon befindet sich das Tierkreissternbild Fische und noch südlicher - tiefer am Horizont - das Sternbild Walfisch. Die Sterne des Perseus, des Helden, der das Meeresungeheuer besiegt und sich in Andromeda verliebt, finden wir östlich von Andromeda und Himmels-W in der Milchstraße als astgabelförmige Sternfigur.

Der Blick zum Andromedanebel

Bei klarer Sicht, abseits störender Lichter der Stadt, können wir fast senkrecht über uns - zwischen dem Himmels-W und dem Herbstviereck im Sternbild Andromeda - den neblig wirkenden Lichtfleck unserer Nachbarmilchstraße mit bloßem Auge erkennen: Den Andromedanebel. Dieser Lichtfleck ist gewissermaßen eine Nachbarstadt aus über 200 Milliarden Sternen, Staub und Gas - eine Galaxie in über 2 Millionen Lichtjahren Entfernung.

Mond trifft Wintersterne

Hoch im Osten funkelt die helle Capella im Fuhrmann neben dem Perseus. Etwas tiefer steht der rötliche Hauptstern Aldebaran im Stier sowie die Zwillingssterne Castor und Pollux und das Prunkstück des Winters, der wie ein Schmetterling wirkende Orion. Nach 22 Uhr funkelt auch schon Sirius, der hellste Stern des ganzen Himmels, über dem Südosthorizont.

Nur einen Tag nach Vollmond rückt am Abend des 5.11. unser Erdtrabant im Sternbild Stier immer näher an den roten Stern Aldebaran heran und verdeckt ihn in den frühen Morgenstunden des 6.11. um 4 Uhr für wenige Minuten. Ein spannendes Schauspiel für Beobachter mit einem Fernglas!

Mars, Venus und Jupiter am Morgenhimmel

Am Osthorizont taucht ab etwa 4 Uhr morgens auch der rote Planet Mars auf, der noch recht unscheinbar ist. Viel heller leuchtet Venus, die nun ihre Abschiedsvorstellung als “Morgenstern” bietet. Sie taucht erst rund eine Stunde vor Sonnenaufgang am Osthorizont auf. Am 13. November kommt es zu einem spektakulären “Gipfeltreffen” der beiden hellsten Planeten Venus und Jupiter. Leider ist dies bei uns nur horizontnah in der hellen Morgendämmerung zu sehen. Das Dreigestirn aus Mars, Venus und Jupiter wird wunderbar ergänzt durch die Mondsichel. Vom 15. bis 17. November wandert sie von Mars über Jupiter zu Venus - das sind Morgenstunden für Genießer!

Die ISS

Bis zum 11. November bekommen Frühaufsteher noch eine besondere Morgengabe. Die Internationale Raumstation ISS zieht vor Beginn der Morgendämmerung als strahlend heller Lichtpunkt innerhalb von etwa 5 Minuten von West nach Ost hoch über den Himmel. Die beste “ISS-Show” findet am 8. November von 6:05 Uhr bis 6:10 Uhr statt. Dabei steigt sie höher als der Mond, der hell am Himmel steht, erreicht bei uns rund 60 Grad Höhe und leuchtet so hell wie Venus, die am Osthorizont gerade aufgeht.

Ein Artikel von Thomas W. Kraupe