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  • Der Sternenhimmel im September 2017

Vom Herbstviereck zum morgendlichen Planetenreigen

Herbstbeginn: Der tägliche Bogen der Sonne am Firmament wird rasant kürzer und am 22. September - exakt um 22:02 Uhr Mitteleuropäischer Sommerzeit - ist der Sommer zu Ende. Die Sonne kreuzt zu diesem Zeitpunkt im „Herbstpunkt“ die Ebene des Erdäquators und bestrahlt für ein halbes Jahr nun vorzugsweise die Südhalbkugel unseres Planeten.

Der Hamburger Abendhimmel im September 2017
BildDer Hamburger Abendhimmel im September 2017

Der Sternenpodcast September 2017

Ihr Audioguide für die Sterne. Ob zuhause mit der Sternkarte oder unterwegs unter freiem Himmel - Planetariumsdirektor Thomas Kraupe führt Sie zu den interessantesten Sternbildern und Himmelsereignissen - jeden Monat neu und kostenlos. Hier können Sie die mp3-Audio-Datei direkt herunter laden. Dieser Podcast des Planetarium Hamburg wird Ihnen in Zusammenarbeit mit dem Hamburger Abendblatt präsentiert - mit freundlicher Unterstützung unserer Audio-Partner Prime Time Studios und Audio Consulting Group.

Mondlicht

Immer dicker und runder wird unser Mond in der ersten Septemberwoche und erreicht am 6. im Sternbild Wassermann die Vollmondstellung. Da er danach im Tierkreis stetig an Höhe gewinnt, gelingt es ihm noch bis zum 14. September, den Abendhimmel zu bevölkern. Erst danach zieht er sich als abnehmender Halbmond in die zweite Nachthälfte zurück und wir haben abends ungestörte Sicht zu fernen Sternen - bis unser Mond in den letzten Monatstagen erneut am Abendhimmel sein mildes Licht verbreitet.

Saturn am Abend

Bei Anbruch der Nacht hat Saturn zwar schon die Südrichtung passiert, dennoch finden wir seinen Lichtpunkt noch - wenn auch niedrig - im Südwesten. Bis nach 22 Uhr können wir ihn abends im Schlangenträger noch gut erkennen - dann geht auch er unter. Am Abend des 26. Septembers nähert sich der Mond dem Planeten - eine gute Hilfestellung, um ihn sicher zu finden.

Himmels-W

Zu Beginn der Septembernächte sind im Nordwesten die Deichselsterne des Großen Wagens auf gleicher Höhe mit dem Polarstern - und ebenso, weiter rechts im Nordosten, die markante Sternenfigur des "Himmels-W". Diese “Zickzack-Linie” wird von den hellsten Sternen der Kassiopeia gebildet. Der Polarstern steht zwischen diesen beiden markanten Sternfiguren, und die mittlere Spitze des "W" kann ebenfalls als grober Wegweiser zu diesem “Nordstern” genutzt werden.

Herbstviereck

Wie eine überdimensionale Vorfahrtstafel steht halbhoch im Osten ein großes Sternenquadrat – es ist das „Herbstviereck“. Drei der vier Sterne gehören zum Sternbild Pegasus, während der vierte Stern, der nordöstlichste in diesem Viereck, den Hauptstern „Alpha“ im Sternbild Andromeda markiert. Dieses „Herbstviereck“ bietet eine gute Orientierungshilfe. Südlich davon begegnen sich die beiden Tierkreissternbilder Fische und Wassermann, die wir uns als langgestreckte Ketten aus eher lichtschwächeren Sternen ausmalen können. Dort, im Wassermann, hat der Vollmond in der Nacht vom 5. auf den 6. September seinen Auftritt, der die ganze Nacht dauert.

Morgensterne und Planetenparade

Nach Mitternacht tauchen im Osten bereits die ersten Vorboten des Winters auf - der Stier mit dem Siebengestirn, gefolgt vom Himmelsjäger Orion und dem hellen Hundsstern Sirius. Strahlend hell erscheint gegen 4 Uhr morgens im Osten unser innerer Nachbarplanet Venus als „Morgenstern“ - ein herrlicher Anblick für Frühaufsteher! Besonders vom 14. bis 19. September, denn auch Mars und Merkur bereichern in der Morgendämmerung diesen planetaren Reigen.

Auch die schlanke Mondsichel nähert sich dem Trio und zieht vom 18. bis 19. an ihnen vorbei. Am 18. September verdeckt die Mondkugel sogar knapp unterhalb Venus den Stern Regulus im Löwen: Gegen halb 6 Uhr morgens leuchtet die wunderschöne Mondsichel dabei über dem Osthorizont mit Venus - und tiefer darunter die beiden schwächeren Planeten Merkur und Mars. Diese beiden haben jedoch Mühe, sich gegen die rasch beginnende Morgendämmerung noch durchzusetzen.

Ein Artikel von Thomas W. Kraupe