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  • Der Sternenhimmel im April 2017

König Jupiter regiert die Nacht

Frühlingshaft, ja festlich zeigt sich jetzt der Sternenhimmel schon Anfang April. Alle freisichtigen Planeten sind im Laufe einer Nacht zu sehen. Bereits kurz nach Sonnenuntergang taucht zunächst der sonnennächste Planet Merkur am Westhorizont in der Abenddämmerung auf - ab etwa 20:45 Uhr ist er rund 30 Minuten lang zu sehen. Dies ist seine beste Abendsichtbarkeit des Jahres. Etwa eine Handbreit links über Merkur steht der rötlich-gelbe Planet Mars, der am 12. April vom Sternbild Widder in den Stier wechselt. Während Merkur sich bereits in der zweiten Aprilwoche verabschiedet und im Glanz der Sonne verschwindet, hält sich Mars noch tapfer am Abendhimmel und geht erst kurz nach 23 Uhr unter.

Der Hamburger Abendhimmel im April 2017
BildDer Hamburger Abendhimmel im April 2017

Der Sternenpodcast April 2017

Ihr Audioguide für die Sterne. Ob zuhause mit der Sternkarte oder unterwegs unter freiem Himmel - Planetariumsdirektor Thomas Kraupe führt Sie zu den interessantesten Sternbildern und Himmelsereignissen - jeden Monat neu und kostenlos. Hier können Sie die mp3-Audio-Datei direkt herunter laden. Dieser Podcast des Planetarium Hamburg wird Ihnen in Zusammenarbeit mit dem Hamburger Abendblatt präsentiert - mit freundlicher Unterstützung unserer Audio-Partner Prime Time Studios und Audio Consulting Group.

Der Ostervollmond

Auch der zunehmende Mond grüßt uns Anfang April am Abendhimmel. Das „Erste Viertel“, die Halbmondstellung, erreicht er am 3. April. In den Morgenstunden des Dienstags, 11. April, ist Vollmond, der erste Vollmond nach Frühlingsbeginn - der „Ostervollmond“. Nach altem kirchlichen Brauch feiern die Christen in aller Welt am darauf folgenden Sonntag Ostern - in diesem Jahr also am 16. April.

Orientierung anhand des „Großen Wagens“

Hoch über unseren Köpfen streben die sieben Sterne des „Großen Wagens“ auf den Zenit zu. Verlängern wir die Hinterachse des Wagens und ebenso die vorderen Kastensterne in die dem Polarstern gegenüberliegende Richtung, so kreuzen sich diese beiden gedachten Linien hoch über der Südrichtung in einem Sternentrapez. Dieses langgestreckte Sternenviereck markiert den Körper des Löwen.

Verlängern wir den Bogen der Wagendeichsel, so führt er uns zu dem hellen, rötlichen Stern Arktur im Bärenhüter (lateinisch: „Bootes“). Der Sage nach treibt er den „Großen Bären“ vor sich her. Ziehen wir den Deichselbogen über Arktur hinaus noch weiter nach Südosten, so treffen wir auf Spica, den bläulich funkelnden, hellen Hauptstern der Jungfrau - „Alpha Virginis“. Die Jungfrau folgt dem Löwen im Tierkreis. Sie wird uns in den ersten Stunden nach Mitternacht noch mehr auffallen, weil sie dann hoch im Süden steht.

Jupiter

Ein anderes Gestirn, zieht im April alle Blicke auf sich - es leuchtet in einem auffällig ruhigem Licht „rechts über“ Spica. Es ist der Planet Jupiter - das absolute „Highlight“ des Monats! Alle 13 Monate überholt unsere schnellere Erde den Riesenplaneten und er gelangt dabei in Erdnähe. Am 7. April ist es wieder soweit und Jupiter ist dabei „nur“ 666 Millionen Kilometer von uns entfernt - eine Distanz, für die das an seiner Wolkenhülle reflektierte Sonnenlicht immerhin 37 Minuten benötigt. Unsere Erde steht dabei zwischen Sonne und Jupiter - Jupiter somit in „Opposition“ zur Sonne und bleibt die ganze Nacht als hellstes Gestirn am Himmel. Jupiter geht bei Sonnenuntergang im Osten auf, steht in der Mitte der Nacht im Süden und geht bei Sonnenaufgang im Westen unter. Da die schnellere Erde ihn gerade überholt, scheint Jupiter am Himmel unter den Sternen rückwärts zu laufen - er bewegt sich entgegen der Laufrichtung von Sonne, Mond und Planeten westwärts im Sternbild Jungfrau. Krönender Höhepunkt des Monats ist die Nacht vom 10. auf den 11. April, in der es zur Begegnung des Ostervollmondes mit dem „König der Planeten“ kommt. Die ganze Nacht steht der Vollmond zusammen mit dem hellen Jupiter am Himmel und bildet mit ihm und der funkelnden Spica eine prächtige Formation.

Typische Sterne und Sternbilder des Sommers prägen in der zweiten Nachthälfte den Himmel - allen voran das vollständige Sommerdreieck und im Süden am Horizont der Skorpion. Östlich des Skorpions leuchtet in den Morgenstunden der „kleine Bruder des Jupiters“ - der Ringplanet Saturn. Allerdings steht er um 4 Uhr morgens nur recht tief am Südhorizont, denn er wandert im südlichsten Tierkreissternbild Schütze. Am 16. und 17. April finden wir den abnehmenden Mond unweit von Saturn.

Sternschnuppen in Sicht

Frühmorgens, vor Beginn der Morgendämmerung, dürfte auch die beste Beobachtungszeit sein, um Sternschnuppen - verglühende Staubkörnchen in unserer Erdatmosphäre - zu beobachten: Der Meteorschauer der „Lyriden” erreicht um den 21./22. April sein Maximum. Ab und zu wird man auch in den Nächten davor und danach noch einige dieser Kometensplitter sehen, die auf unsere Atmosphäre prallen. Verlängert man die Leuchtspuren dieser Sternschnuppen in Richtung ihres Ursprunges weiter, so scheinen sie alle aus der Gegend des Sternbilds Leier (lateinisch „Lyra“) zu kommen.

Das Finale der Nacht gestaltet Venus. War sie im vergangenen Monat noch heller „Abendstern“, so taucht unser innerer Nachbarplanet nun als strahlend helles Gestirn in der Morgendämmerung am Osthorizont auf und verblasst dann in der zunehmenden Tageshelle.

Ein Artikel von Thomas W. Kraupe