Sternenhimmel des Monats

  • Der Sternenhimmel im Juni 2017

Saturn regiert die hellen Juni-Nächte

Unsere Sonne steht im Juni länger und höher am Himmel als in allen anderen Monaten. Am 21. Juni um 6:24 Uhr Mitteleuropäischer Sommerzeit erreicht sie den Gipfelpunkt Ihrer Jahresreise im Tierkreis. Auch nach Sonnenuntergang wird es bei uns im Juni nicht richtig dunkel - die Dämmerung hält auch um Mitternacht noch an, und nur die hellsten Gestirne können sich rasch durchsetzen.

Der Hamburger Abendhimmel im Juni 2017
BildDer Hamburger Abendhimmel im Juni 2017

Der Sternenpodcast Juni 2017

Ihr Audioguide für die Sterne. Ob zuhause mit der Sternkarte oder unterwegs unter freiem Himmel - Planetariumsdirektor Thomas Kraupe führt Sie zu den interessantesten Sternbildern und Himmelsereignissen - jeden Monat neu und kostenlos. Hier können Sie die mp3-Audio-Datei direkt herunter laden. Dieser Podcast des Planetarium Hamburg wird Ihnen in Zusammenarbeit mit dem Hamburger Abendblatt präsentiert - mit freundlicher Unterstützung unserer Audio-Partner Prime Time Studios und Audio Consulting Group.

Zuerst tritt Jupiter auf

Jupiter hat dabei die „pole position“ und wird kurz nach Sonnenuntergang hoch im Süden sichtbar. Der Planet leuchtet heller als alle Sterne und funkelt nicht. Am 10. Juni beendet Jupiter mit seinem „Stillstand“ vor dem Sternenhintergrund der Jungfrau seine Oppositionsperiode. Der Riesenplanet wandert danach wieder ostwärts durch die Jungfrau, Richtung Spica.

Am 3. Juni leuchtet der zunehmende Mond neben Jupiter und nähert sich ihm bis zum gemeinsamen Untergang um 3 Uhr morgens bis auf etwa ein Grad an - der schönste Paarlauf des Monats! Die Zeiten, in denen Jupiter die ganze Nacht am Himmel blieb, sind nun allerdings vorbei. Nur in der ersten Nachthälfte dominiert er noch den Himmel.

Saturn, die ganze Nacht über

Saturn übernimmt das Zepter - er regiert jetzt die Nacht! Allerdings ist der Ringplanet bei weitem nicht so auffällig wie Jupiter und steht etwas verloren am Himmel - tief im Süden, zwischen den Tierkreissternbildern Skorpion und Schütze, im wenig bekannten aber ausgedehnten Sternbild Schlangenträger. Seine Maximalhöhe über dem Südhorizont beträgt in Norddeutschland nur etwa 14 Grad - das ist weniger als eine Handspanne bei ausgestrecktem Arm. In der Nacht vom 9. auf den 10. Juni zieht der Vollmond nur 2 Grad nördlich von Saturn vorbei, und das Paar ist fast bis Sonnenaufgang zu sehen. Der Juni ist die beste Zeit des Jahres, um den Ringplaneten zu sehen, denn er steht die ganze Nacht bei uns am Himmel. Die berühmten Ringe des Saturn sind allerdings erst mit einem Fernrohr ab etwa 30-facher Vergrößerung zu sehen.

Sommerdreieck mit Atair

Drei markante Sommersternbilder finden wir jetzt die ganze Nacht über am Himmel - Leier, Schwan und Adler. Die hellsten Sterne dieser Sternbilder bilden das auffällige „Sommerdreieck“ : Wega in der Leier - hoch am Himmel; östlich, das heisst „links“ daneben Deneb im Schwan - und Richtung Süden - tiefer, den Stern Atair im Adler, „Alpha Aquila“, der die Südspitze dieses ausgedehnten, gleichschenkeligen Sommerdreiecks markiert.

Atair galt bereits vor Jahrtausenden bei den Sumerern und Babyloniern als „ Adlerstern“. Mit einer Entfernung von 17 Lichtjahren gehört der bläulich-weiße Stern zu den nächsten Nachbarn der Sonne und übertrifft sie um das zehnfache an Leuchtkraft. Mit einer Oberflächentemperatur von 8.600 Grad ist Atair auch heißer und dreht sich in nur sechseinhalb Stunden rasend schnell um die eigene Achse.

Vorbei an Atair zieht sich das Band der sommerlichen Milchstraße - vom Sternbild Schwan kommend, weiter über Saturn in den horizontnahen Schützen, wo sich das Zentrum unserer Galaxis befindet. Wenn man mit dem Fernglas abseits der Stadt durch diese Himmelsregion streift, erkennt man dort äußerst sternreiche, aber auch dunkle Gebiete, sowie helle Gasnebel und Dutzende Sternhaufen.

Morgenstern Venus

Unser innerer Nachbarplanet erreicht am 3. Juni mit fast 46 Grad seine größte westliche Winkeldistanz zur Sonne, doch noch immer ist er im Tierkreis südlicher als die Sonne unterwegs. Vom Sternbild Fische wandert Venus bis Monatsende in den Stier, der Sonne hinterher, und sie zeigt sich nur kurze Zeit in der hellen Dämmerung. Immerhin - ihr Aufgang verfrüht sich von 3:30 Uhr auf 2:40 Uhr - und so geht sie Ende Juni dann schon mehr als 2 Stunden vor der Sonne auf.

Spektakulär ist der morgendliche Anblick am 20. und am 21. Juni gegen 3:30 Uhr morgens, wenn die wunderschöne Sichel des abnehmenden Mondes zunächst rechts neben Venus platziert ist und am Morgen danach - drei Stunden vor Sommerbeginn genau unterhalb der hellen Venus in der Morgendämmerung emporsteigt. Es lohnt sich, für diesen Blick zum Osthorizont früh aufzustehen!

  • Der Sternenhimmel im Mai 2017

Riesen beherrschen die Nacht

Jupiter, der „König der Planeten", ist auch in den Mainächten der absolute „King“ , denn er ist auch weiterhin fast die ganze Nacht - mindestens jedenfalls bis gegen 3 Uhr morgens zu sehen. Jupiter stand im vergangenen Monat in Opposition zur Sonne und in Erdnähe. Im Mai ist er sogar noch leichter zu sehen, denn bereits in der Abenddämmerung leuchtet er im Südosten und erreicht Mitte des Monats schon gegen 22:30 Uhr seine größte Höhe im Süden. Besonders schön ist der Anblick in der Nacht vom 7. auf den 8. Mai, denn dann zieht der zunehmende Mond nur 2 Grad nördlich an Jupiter vorbei.

Der Hamburger Abendhimmel im Mai 2017
BildDer Hamburger Abendhimmel im Mai 2017

Der Sternenpodcast Mai 2017

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Saturn

Ein weiterer Riesenplanet taucht gegen Mitternacht tief im Südsüdosten auf - der Saturn. Der Ringplanet läuft allmählich zu Höchstform auf, denn er nähert sich seiner Oppositionsstellung, die er allerdings erst im Juni erreichen wird. Saturn ist lange nicht so hell wie Jupiter, er zieht ja auch rund doppelt so weit entfernt seine Bahn um die Sonne. Besonders leicht ist er in der Nacht vom 13. auf den 14.Mai zu finden, wenn der abnehmende Mond ab Mitternacht knapp nördlich an ihm vorbeizieht. Mitte des Monats wechselt Saturn vom Tierkreissternbild Schütze zurück ins ausgedehnte Sternbild Schlangenträger. Der Schlangenträger stellt den griechischen Gott „Aesculapius“ dar, den Begründer der Medizin und Schiffsarzt der Argonauten. Er konnte sogar Tote wiederbeleben – was Pluto, den Gott der Unterwelt, so stark beunruhigte, dass er Zeus überzeugte, ihn unter die Sterne zu versetzen und ihn damit aus dem Weg zu räumen. Seine Gestalt zieht sich jetzt hoch hinauf in den Himmel - bis zum Sternbild Herkules. Kopf an Kopf begegnen sich die beiden riesenhaften Heldenfiguren. Ab Mitternacht ziehen Herkules und Schlangenträger als Giganten des Himmels weiter westwärts, zusammen mit Jupiter und Saturn - den Giganten des Sonnensystems.

Venus

In der immer heller werdenden Morgendämmerung tritt schließlich gegen 4 Uhr morgens noch der strahlend helle Planet Venus auf. Am 22. Mai gesellt sich die schmale Sichel des abnehmenden Mondes zum Morgenstern - ein prächtiges Bild vor Sonnenaufgang. Leider ist Venus südlicher als die Sonne im Tierkreis platziert und erreicht deshalb nur eine geringe Höhe, bevor sie im hellen Tageslicht verschwindet.

Merkur bleibt in diesem Monat unbeobachtbar. Mars verschwindet spätestens zur Monatsmitte im Glanz der Sonne. Doch mit Saturn, Jupiter und Venus ist der Mai allemal ein Wonnemonat für Planetenfreunde.

  • Der Sternenhimmel im April 2017

König Jupiter regiert die Nacht

Frühlingshaft, ja festlich zeigt sich jetzt der Sternenhimmel schon Anfang April. Alle freisichtigen Planeten sind im Laufe einer Nacht zu sehen. Bereits kurz nach Sonnenuntergang taucht zunächst der sonnennächste Planet Merkur am Westhorizont in der Abenddämmerung auf - ab etwa 20:45 Uhr ist er rund 30 Minuten lang zu sehen. Dies ist seine beste Abendsichtbarkeit des Jahres. Etwa eine Handbreit links über Merkur steht der rötlich-gelbe Planet Mars, der am 12. April vom Sternbild Widder in den Stier wechselt. Während Merkur sich bereits in der zweiten Aprilwoche verabschiedet und im Glanz der Sonne verschwindet, hält sich Mars noch tapfer am Abendhimmel und geht erst kurz nach 23 Uhr unter.

Der Hamburger Abendhimmel im April 2017
BildDer Hamburger Abendhimmel im April 2017

Der Sternenpodcast April 2017

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Der Ostervollmond

Auch der zunehmende Mond grüßt uns Anfang April am Abendhimmel. Das „Erste Viertel“, die Halbmondstellung, erreicht er am 3. April. In den Morgenstunden des Dienstags, 11. April, ist Vollmond, der erste Vollmond nach Frühlingsbeginn - der „Ostervollmond“. Nach altem kirchlichen Brauch feiern die Christen in aller Welt am darauf folgenden Sonntag Ostern - in diesem Jahr also am 16. April.

Orientierung anhand des „Großen Wagens“

Hoch über unseren Köpfen streben die sieben Sterne des „Großen Wagens“ auf den Zenit zu. Verlängern wir die Hinterachse des Wagens und ebenso die vorderen Kastensterne in die dem Polarstern gegenüberliegende Richtung, so kreuzen sich diese beiden gedachten Linien hoch über der Südrichtung in einem Sternentrapez. Dieses langgestreckte Sternenviereck markiert den Körper des Löwen.

Verlängern wir den Bogen der Wagendeichsel, so führt er uns zu dem hellen, rötlichen Stern Arktur im Bärenhüter (lateinisch: „Bootes“). Der Sage nach treibt er den „Großen Bären“ vor sich her. Ziehen wir den Deichselbogen über Arktur hinaus noch weiter nach Südosten, so treffen wir auf Spica, den bläulich funkelnden, hellen Hauptstern der Jungfrau - „Alpha Virginis“. Die Jungfrau folgt dem Löwen im Tierkreis. Sie wird uns in den ersten Stunden nach Mitternacht noch mehr auffallen, weil sie dann hoch im Süden steht.

Jupiter

Ein anderes Gestirn, zieht im April alle Blicke auf sich - es leuchtet in einem auffällig ruhigem Licht „rechts über“ Spica. Es ist der Planet Jupiter - das absolute „Highlight“ des Monats! Alle 13 Monate überholt unsere schnellere Erde den Riesenplaneten und er gelangt dabei in Erdnähe. Am 7. April ist es wieder soweit und Jupiter ist dabei „nur“ 666 Millionen Kilometer von uns entfernt - eine Distanz, für die das an seiner Wolkenhülle reflektierte Sonnenlicht immerhin 37 Minuten benötigt. Unsere Erde steht dabei zwischen Sonne und Jupiter - Jupiter somit in „Opposition“ zur Sonne und bleibt die ganze Nacht als hellstes Gestirn am Himmel. Jupiter geht bei Sonnenuntergang im Osten auf, steht in der Mitte der Nacht im Süden und geht bei Sonnenaufgang im Westen unter. Da die schnellere Erde ihn gerade überholt, scheint Jupiter am Himmel unter den Sternen rückwärts zu laufen - er bewegt sich entgegen der Laufrichtung von Sonne, Mond und Planeten westwärts im Sternbild Jungfrau. Krönender Höhepunkt des Monats ist die Nacht vom 10. auf den 11. April, in der es zur Begegnung des Ostervollmondes mit dem „König der Planeten“ kommt. Die ganze Nacht steht der Vollmond zusammen mit dem hellen Jupiter am Himmel und bildet mit ihm und der funkelnden Spica eine prächtige Formation.

Typische Sterne und Sternbilder des Sommers prägen in der zweiten Nachthälfte den Himmel - allen voran das vollständige Sommerdreieck und im Süden am Horizont der Skorpion. Östlich des Skorpions leuchtet in den Morgenstunden der „kleine Bruder des Jupiters“ - der Ringplanet Saturn. Allerdings steht er um 4 Uhr morgens nur recht tief am Südhorizont, denn er wandert im südlichsten Tierkreissternbild Schütze. Am 16. und 17. April finden wir den abnehmenden Mond unweit von Saturn.

Sternschnuppen in Sicht

Frühmorgens, vor Beginn der Morgendämmerung, dürfte auch die beste Beobachtungszeit sein, um Sternschnuppen - verglühende Staubkörnchen in unserer Erdatmosphäre - zu beobachten: Der Meteorschauer der „Lyriden” erreicht um den 21./22. April sein Maximum. Ab und zu wird man auch in den Nächten davor und danach noch einige dieser Kometensplitter sehen, die auf unsere Atmosphäre prallen. Verlängert man die Leuchtspuren dieser Sternschnuppen in Richtung ihres Ursprunges weiter, so scheinen sie alle aus der Gegend des Sternbilds Leier (lateinisch „Lyra“) zu kommen.

Das Finale der Nacht gestaltet Venus. War sie im vergangenen Monat noch heller „Abendstern“, so taucht unser innerer Nachbarplanet nun als strahlend helles Gestirn in der Morgendämmerung am Osthorizont auf und verblasst dann in der zunehmenden Tageshelle.

  • Der Sternenhimmel im März 2017

Der rasche Abschied vom Abendstern

Am 20. März wechselt unsere Sonne auf die Nordhalbkugel des Himmels: Sie passiert um 11:29 Uhr Mitteleuropäischer Zeit im sogenannten Frühlingspunkt die Ebene des Erdäquators nordwärts. Nach dieser Tag- und Nachtgleiche sind die Nächte kürzer als die Zeit des hellen Tageslichts.

Der Hamburger Abendhimmel im März 2017
BildDer Hamburger Abendhimmel im März 2017

Der Sternenpodcast März 2017

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Aus Abendstern wird Morgenstern

Es lohnt sich, bereits am frühen Abend in die Sterne zu schauen, denn der Abendhimmel bietet im März ein besonderes Schauspiel: Das "Showdown" des Abendsterns Venus. Die strahlend helle Venus verlässt auf die wohl spektakulärste Weise überhaupt die abendliche Himmelsbühne, eilt auf die Sonne zu und wechselt Ende des Monats zum Morgenhimmel.

Wer Venus sehen will, der muss am frühen Abend die Augen in den Himmel richten. Während sie zu Beginn des Monats noch fast 30 Grad hoch über der Westrichtung als strahlend helles Gestirn in der Abenddämmerung leuchtet, nimmt der Sichtbarkeitszeitraum und ihre Höhe im Laufe des März rasant ab. Bleibt Venus zunächst fast dreieinhalb Stunden nach Sonnenuntergang am Himmel, so schrumpft diese Zeitspanne bis 20. März auf eine Stunde. Bei Sonnenuntergang steht sie in Norddeutschland dann nur noch etwa 11 Grad über dem Horizont.

Dieser dramatische "Absturz" der Venus im Laufe weniger Tage ist schon sehr auffällig und nur alle acht Jahre so deutlich, denn er ereignet sich im aufsteigenden Teil des Tierkreises: Venus, die zunächst als Abendstern der Sonne im Tierkreis ins Sternbild Fische vorausgeeilt war, steht viel nördlicher als die Sonne, bewegt sich nun der Sonne wieder entgegen und verliert so rasant Höhe und Winkelabstand zu der ihr entgegenstrebenden Sonne. Tatsächlich überholt Venus als innerer Planet auf ihrer schnelleren Umlaufbahn dabei unsere Erde und befindet sich zwischen Sonne und Erde. Allerdings tritt sie nicht vor die Sonne, sondern zieht am 25. März acht Grad nördlich an ihr vorbei. Versierten Beobachtern sollte es gelingen, Venus dann für wenige Minuten sowohl als „Abendstern“ – als auch als „Morgenstern“ zu sehen. Solch besondere Sichtbedingungen sind für Beobachter auf der Nordhalbkugel der Erde nur alle acht Jahre gegeben.

Vom „Abendstern“ heißt es jedenfalls Abschied zu nehmen – im April können wir Venus aber dann endgültig als „Morgenstern“ begrüßen. Aber noch ist es nicht so weit und wir sollten Venus in der Abenddämmerung genießen - zu Monatsbeginn sogar in Begleitung des Mondes. Die schmale Sichelgestalt des zunehmenden Mondes zeigt sich am 1. März gleich links von Venus, praktisch auf gleicher Höhe.

Mars

Sobald es gegen 19 Uhr dunkel genug geworden ist, erkennen wir auch den Planeten Mars - als rötlich schimmernden Lichtpunkt erster Größenklasse - knapp über dem Mond.  Der Planet Mars bleibt nach wie vor am frühen Abend sichtbar. Da er von den Fischen zügig in das nächste und bei uns höhergelegene Tierkreissternbild Widder zieht, hält er seinen Vorsprung vor der Sonne, und seine Untergangszeit bleibt ziemlich konstant bei 22 Uhr, bzw. 23 Uhr, da die Uhren am letzten Sonntag im März bereits wegen Sommerzeit eine Stunde vorgestellt werden.

Der rötliche Planet bildete lange Zeit mit der viel helleren Venus ein schönes Paar am Abendhimmel. In den letzten Monatstagen versucht dies der Planet Merkur auszugleichen, denn nach dem Niedergang der Venus legt Merkur gleich rechts unterhalb von Mars seinen besten Auftritt am Abendhimmel in diesem Jahr hin!

Gute Sichtbarkeit des Merkur

Bis zum Monatsende erreicht der sonnennächste Planet schon fast seinen größten Winkelabstand zur Sonne. 19 Grad Abstand sind zwar bescheiden, bedeuten jedoch im aufsteigenden Teil des Tierkreises eine ganze Menge, denn Merkur steht damit rund 10 Grad nördlicher als unsere Sonne. So kann er in den letzten Monatstagen rund eine Dreiviertelstunde lang ab etwa 19 Uhr in der Abenddämmerung über dem Westhorizont gefunden werden. Dies ist die beste abendliche Merkursichtbarkeit des Jahres 2017!

Die Sterne des Winters verabschieden sich

Bereits am Abend sind die Himmelszeichen für den Frühling unübersehbar - durch den dafür typischen Höhenflug des Großen Wagens: Seine 7 Sterne steigen bis Mitternacht hoch über unseren Köpfen hinauf in den Zenit.

Kurz nach Mitternacht erreichen Sie Ihre Gipfelstellung, senkrecht über uns. Deutlich sind auch im Westen die Zeichen, dass der Winter zu Ende geht – die hellen Sterne des Winters sind nur noch in der ersten Nachthälfte gut sichtbar. Der Himmelsjäger Orion, das zentrale Sternbild des Winters, wandert bereits am frühen Abend durch die Himmelsmitte und rückt spätabends zum Westhorizont. Eine Armada aus funkelnden, hellen Gestirnen zieht sich dann in einem halbhohen Bogen von Südwesten nach Nordwesten. Am höchsten über der Westrichtung zeigen sich die beiden Zwillingssterne Castor und Pollux. Die markanten Gürtelsterne des Orions stehen am späten Abend auf gleicher Höhe, parallel zum Horizont im Westen. Folgen wir Ihnen als Wegweiser waagerecht nach links, nach Südwesten, so stoßen wir auf Sirius, den hellsten Stern an unserem Nachthimmel. Umgekehrt gelangen wir von Sirius über den Gürtel des Orions nach rechts zu Aldebaran im Stier und schließlich zum Siebengestirn im Nordwesten – alle auf gleicher Höhe stehend. Diese Juwelen des Winters, die rund um das Band der Milchstraße angeordnet sind, streben dem Horizont entgegen und werden zu Beginn der zweiten Nachthälfte untergehen.

Regulus im Löwen

Die Südrichtung wird nun mehr und mehr von eher sternarmen Regionen eingenommen, da wir zunehmend steiler aus unserem abgeflachten Milchstraßensystem hinaus in die Tiefen des Alls schauen. Einigermaßen auffällig erscheint uns noch die trapezförmige Sternanordnung des Löwen. Der Löwe ist neben der Jungfrau und dem Großem Bären das wohl wichtigste Sternbild, das wir uns am Frühlingshimmel einprägen sollten. Den Kopf und die Mähne des Königs der Tiere finden wir in Form eines „gespiegelten Fragezeichens“, einer sichelförmigen Sternengruppe, die sich vom hellsten Stern Regulus aus erhebt.

Der Eigenname „Regulus“ den der bläulich funkelnde „Alpha Leonis“ trägt, bedeutet so viel wie „Kleiner König“. Er wird auch Cor Leonis genannt – Herz des Löwen. Regulus steht am westlichen, rechten Ende der Basis eines Sternentrapezes, das den Körper des Löwen markieren soll. Am östlichen Ende des Trapezes leuchtet Beta Leonis, der zweithellste Stern des Löwen. Sein Eigenname „Denebola“ bedeutet so viel wie „Schwänzchen“ des Löwen. Er ist mit 36 Lichtjahren nur etwa halb so weit entfernt wie Regulus und hat „nur“ die 22-fache Sonnenleuchtkraft – während Regulus 300mal leuchtkräftiger als unser Stern „Sonne“ ist. Regulus ist 77 Lichtjahre von uns entfernt. Das bedeutet, wir sehen Licht das er vor 77 Jahren von seiner heißen Oberfläche abgestrahlt hat. Regulus galt schon den Babyloniern als einer der wichtigsten „Königssterne“, denn dieser Stern liegt fast genau in der Ebene der Erdbahn um die Sonne, nahe der auch alle anderen Planeten und unser Mond ihre Kreise ziehen. Regelmäßig ziehen diese Wandergestirne an Regulus knapp vorbei. In der Nacht vom 10. auf den 11. wandert unser Mond in diesem Monat an Regulus knapp südlich vorbei und erreicht am 12. März nahe der Grenze zum nächsten Tierkreissternbild Jungfrau seine Vollmondstellung. Die ganze Nacht steht der Vollmond zusammen mit dem Löwen am Himmel.

Der Große Wagen

Genau parallel zur Basis des Löwentrapezes steigt hoch über unseren Köpfen der Kasten des Großen Wagens Richtung Zenit. Die Figur „Großer Wagen“ ist tatsächlich kein eigenes Sternbild , sondern es sind nur die hellsten Sterne des viel ausgedehnteren Sternbildes „Großer Bär“.

Verlängern wir den Bogen der Wagendeichsel, so führt er uns zu dem hellen, rötlichen Stern Arktur im Bärenhüter (lateinisch: „Bootes“). Der Sage nach treibt er den „Großen Bären“ vor sich her. Ziehen wir den Deichselbogen über Arktur hinaus noch weiter nach Südosten, so treffen wir auf die Sterne der Jungfrau. Sie folgt dem Löwen im Tierkreis.

Jupiter nähert sich seiner Oppositionsstellung zur Sonne

Im Sternbild Jungfrau leuchtet ein Gestirn, das alle anderen an Helligkeit übertrifft. Dieses ruhig leuchtende Gestirn ist keine selbst leuchtende Sonne – kein Fixstern – sondern ein „Wandergestirn“, ein Planet wie Venus, Mars und unsere Erde. Es ist der Riesenplanet Jupiter, der nun bis zum Monatsende auch die erste Nachthälfte erobert. Er nähert sich seiner „Oppositionsstellung“ zur Sonne, die er aber erst Anfang April erreichen wird.

Jupiter leuchtet knapp nördlich von Spica, dem Hauptstern der Jungfrau. Am 14. März, zwei Tage nach Vollmond, erreicht der noch immer rundliche Mond das Paar aus Jupiter und Spica und zieht knapp zwei Grad nördlich an Jupiter vorbei.
Nach Mitternacht sind die Wintersterne rund um Sirius und Orion verschwunden, während Arktur im Osten und Spica im Südosten Stunde um Stunde höher steigen. Am Morgenhimmel tauchen dann im Osten bereits die Sterne des Sommers auf: das Sommerdreieck und im Süden der Skorpion.

Die ganze zweite Nachthälfte bleibt der helle Jupiter am Himmel. Während die Erddrehung ihn nach Westen trägt, taucht im Südosten sein „kleiner Bruder“ auf, der Ringplanet Saturn. Er hält sich im südlichsten Tierkreissternbild Schütze auf und wird der Planet des Sommers.

  • Der Sternenhimmel im Februar 2017

Glanzvolle Abende mit Venus

Bereits in der Abenddämmerung taucht ein heller Lichtpunkt über dem Westhorizont auf - der Abendstern. Es ist der Planet Venus, der in diesem Monat seinen größten Glanz entfaltet. Außer Sonne und Mond ist kein anderes Gestirn so hell! Wer den Abendstern in einer mondlosen Nacht in der zweiten Monatshälfte beobachtet, der erkennt in seinem Licht sogar den eigenen Schatten - vor allem auf schneebedeckter Landschaft oder an einer weißen Wand.

Der Hamburger Abendhimmel im Februar 2017
BildDer Hamburger Abendhimmel im Februar 2017

Der Sternenpodcast Februar 2017

Ihr Audioguide für die Sterne. Ob zuhause mit der Sternkarte oder unterwegs unter freiem Himmel - Planetariumsdirektor Thomas Kraupe führt Sie zu den interessantesten Sternbildern und Himmelsereignissen - jeden Monat neu und kostenlos. Hier können Sie die mp3-Audio-Datei direkt herunter laden. Dieser Podcast des Planetarium Hamburg wird Ihnen in Zusammenarbeit mit dem Hamburger Abendblatt präsentiert - mit freundlicher Unterstützung unserer Audio-Partner Prime Time Studios und Audio Consulting Group.

Enorm hell strahlt der Abendstern

Am 10. Februar erreicht Venus mit knapp 35 Grad ihre Maximalhöhe bei Sonnenuntergang über dem Westhorizont und am 17. Februar ihren größten Glanz. Eine Stunde nach Sonnenuntergang steht sie immerhin noch mehr als 25 Grad über dem Horizont und sinkt erst dreieinhalb Stunden nach der Sonne unter den Westhorizont.

Venus ist das Highlight im Februar! Ihre enorme Helligkeit wird durch ihre immer geringere Entfernung ermöglicht. Zwar wendet sie uns mehr und mehr ihre dunkle Nachtseite zu, aber der verbleibende, von der Sonne hell beleuchtete Teil vermag an seiner dichten Wolkenhülle umso mehr Licht zu uns zu reflektieren. Venus wandert unterhalb des Herbstvierecks im unscheinbaren Sternbild der Fische. Am 3. Februar passiert sie dabei den Frühlingspunkt.

Mars entfernt sich

Links über Venus erkennen wir ein rötlich leuchtendes Gestirn, das viel lichtschwächer als Venus ist, aber zu den helleren „Sternen“ des Himmels zählt. Dies ist jedoch wie die Venus kein Fixstern, keine selbstleuchtende glühende Sonne, sondern eine Gesteinskugel wie unsere Erde und die Venus - ein „Wanderstern“, ein Planet. Es ist der Planet Mars, von dem wir uns mehr und mehr entfernen. Am Monatsende ist er schon über 300 Millionen km von uns entfernt - während uns von Venus derzeit nur rund 70 Millionen km trennen…

Zu Monatsbeginn ist Venus auf knapp 5 Grad an Mars herangerückt - bleibt aber im Laufe des Monats zurück und der Abstand der beiden Planeten nimmt zu. Am Monatsersten und Monatsletzten bereichert der zunehmende Mond diese schöne abendliche Szenerie: Am 1. Februar steht er links von Mars und Venus. Am 28. Februar tiefer und unter den beiden als schmale Sichel.

Die Halbschattenfinsternis des Mondes

In der Vollmondnacht vom 10. auf den 11. Februar taucht unser Erdtrabant durch die äußeren Partien des Erdschattens. Diese „Halbschattenfinsternis des Mondes“ ist nicht besonders spektakulär, aber bei klarer Sicht ist immerhin eine leichte Verdunkelung der nördlichen Partien der Mondkugel zu erkennen - am besten zwischen 1 Uhr und 3 Uhr morgens.

Der Sternenhimmel trägt noch winterliche Züge – allerdings sind die Vorboten des Frühlings schon da. Über dem Nordosthorizont „hängen“ halbhoch die sieben Sterne des „Großen Wagens“ – mit den drei Deichselsternen nach unten gerichtet. Auf gleicher Höhe funkelt links daneben der Polarstern über der Nordrichtung. Ebenfalls auf gleicher Höhe, aber noch weiter „links“ im Nordwesten, steht die Zickzack-Figur der Kassiopeia, das in Richtung Polarstern gekippte „Himmels-W“.

Heller „Nachbar“ Sirius

Hoch über unseren Köpfen strahlt der helle Stern Capella im Fuhrmann. Er markiert den nördlichsten und daher eben höchsten Stern des „Wintersechsecks“, dessen funkelnde Pracht den gesamten südlichen Himmelsbereich einnimmt. Der südlichste Stern in dem Sternensextett des Winters ist heller als alle anderen, und er funkelt bläulich-weiß - etwa eine Handspanne über der Südrichtung. Dies ist Sirius im Sternbild „Großer Hund“. Sirius ist nach unserer Sonne nicht nur der hellste Fixstern am Himmel, sondern in unseren Breiten sogar der nächstgelegenste – mit fast 9 Lichtjahren Distanz ist er zwar doppelt so weit entfernt wie Alpha Centauri – doch Alpha Centauri gelangt bei uns im Norden nie über den Horizont.

Finden Sie den Orionnebel?

Ziehen wir in Gedanken eine Linie vom prächtigen Sirius hoch hinauf zu Capella im Fuhrmann, so folgen wir damit dem Verlauf der winterlichen Milchstraße, die wir nur von einem dunklen Beobachtungsort in voller Pracht erkennen. Rechts und links der Milchstraße gibt es ein wahres Gipfeltreffen heller Sterne – allen voran das Prachtstück des Winters, die wohl schönste Sternenfigur überhaupt: Orion, der Himmelsjäger. Es lohnt sich in mondloser, klarer Nacht unterhalb seiner drei Gürtelsterne nach dem Großen Orionnebel zu suchen. Am besten nimmt man dazu einen Feldstecher. Obwohl mit bloßem Auge kaum erkennbar, ist der Orionnebel die hellste diffuse Gaswolke am Nachthimmel - eine turbulente Wolke aus Staub und Gas. Er stellt den leuchtenden Rand einer riesigen, sich östlich an die Gürtelsterne fast durch das ganze Sternbild erstreckenden Dunkelwolke dar, 1.200 Lichtjahre von uns entfernt. Auch heute noch werden dort kontinuierlich neue Sterne und Planeten geboren. Der uns so ewig und unveränderlich erscheinende Sternenhimmel ist eben nur eine Momentaufnahme in dem großen kosmischen Drama von Werden, Sein und Vergehen…

Höher als Sirius im Süden funkeln Prokyon und das Zwillingspaar Castor und Pollux. Halbhoch im Südosten ist bereits das zentrale Sternbild des Frühlings zu sehen – das Sternentrapez des Löwen. Unterhalb der Wagendeichsel – knapp über dem Ostnordosthorizont grüßt uns bereits ein heller, rötlicher Stern. Es ist Arktur im „Bärenhüter“. Der Sage nach treibt er den „Großen Bären“ – das ausgedehnte Sternbild, zu dem die 7 Wagensterne eigentlich gehören – vor sich her. Arktur steigt nach Mitternacht immer höher, während sich die prächtigen Wintersterne allmählich Richtung Westen verlagern und untergehen.

Begegnung von Jupiter und Spica

Bereits vor Mitternacht taucht im Osten der helle Riesenplanet Jupiter auf. Er leuchtet im Sternbild Jungfrau knapp nördlich von Spica, dem hellsten Stern der Jungfrau. Alle 12 Jahre zieht Jupiter an Spica vorbei, die fast in der Umlaufebene der Planeten um die Sonne liegt und uns daher regelmäßig schöne Begegnungen mit den Wandergestirnen Sonne, Mond und Planeten bietet. Jupiter bleibt in diesem Monat besonders nahe bei dem Stern, denn er hat seine Bewegung verlangsamt und erreicht am 6. Februar seinen „Stillstand“, da sich die Winkelbewegungen unserer Erde und die des Jupiters gerade aufheben und er daher quasi in derselben Blickrichtung verharrt. Unsere schnellere Erde setzt zum Überholvorgang an und daher scheint Jupiter gewissermaßen den „Rückwärtsgang einzulegen“: Nach dem Stillstand bewegt er sich in den darauffolgenden Wochen westwärts und zieht am 23. Februar nur 4 Grad nördlich an Spica vorbei.

Am Morgen des 15. gesellt sich der abnehmende Mond zu dem ungleichen Duo und bildet mit ihm ein flaches, fast sichelförmiges Dreieck. Am nächsten Morgen steht der Mond bereits östlich von Jupiter und Spica und bildet ein kompaktes, nahezu rechtwinkeliges Dreieck mit den beiden.

Saturn am frühen Morgen

Gegen 4 Uhr morgens kulminiert diese prächtige Formation aus Mond, Planet und Fixstern halbhoch über der Südrichtung. Dann beginnt auch die Zeit, in der man nach dem „kleineren Bruder“ des Jupiter Ausschau halten kann: dem Planet Saturn, der sich nun in den frühen Morgenstunden blicken lässt. Der Ringplanet wandert gerade durch den Schlangenträger, der auch als das 13. Tierkreissternbild bezeichnet wird. Wir finden Saturn rund 20 Grad links, das heißt östlich von Antares, dem rötlichen Hauptstern des Skorpions. Saturn leuchtet heller und ruhiger als der funkelnde Stern Antares. Am 24. Februar wechselt Saturn in das Tierkreissternbild Schütze. Noch ist Saturn nur kurz zu sehen, denn erst im Sommer wird der sonnenferne Planet seinen großen Auftritt am Nachthimmel haben.

  • Der Sternenhimmel im Januar 2017

Vom Abendstern zum Sternenstaub

Das neue Jahr beginnt mit einer großen abendlichen Show - dem besten Auftritt des „Abendsterns“ seit fünf Jahren! Bereits in der hellen Abenddämmerung fällt er uns über dem Südwesthorizont auf, er ist das nach Sonne und Mond hellste Gestirn am Himmel. Der „Abendstern“ ist jedoch kein „Stern“ im eigentlichen Sinne, also kein selbstleuchtender, glühender Fixstern, sondern ein „Wanderstern“, ein Planet: Der „Abendstern“ ist unser Nachbarplanet Venus.

Der Hamburger Abendhimmel im Januar 2017
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Der Auftritt des Abendsterns

Mit 47 Grad Winkelabstand zur Sonne erreicht Venus am 12. Januar ihre „größte östliche Elongation“. Im Laufe des Monats wandert sie vom Sternbild Wassermann höher hinauf in die Fische. Mindestens dreieinhalb Stunden lang kann man sie als hellstrahlenden Abendstern erleben - bevor sie am Monatsbeginn gegen 20:30 Uhr zum Horizont sinkt. Am Monatsende ist sie bis gegen 21:30 Uhr zu sehen.

Trio mal zwei

Bereits am Neujahrsabend ist der Anblick spektakulär: Gegen 17 Uhr, fast eine Stunde nach Sonnenuntergang, zeigt sich die schlanke Sichel des jungen Mondes rechts neben dem Abendstern. Am 2. Januar steht die zunehmende Mondsichel links neben Venus. Etwas höher und noch weiter links davon leuchtet der rötliche Planet Mars - allerdings ist er etwa hundertmal schwächer als Venus.

Gleich zweimal wird uns dieses Trio aus Mars, Mond und Venus geboten - zu Monatsbeginn und am Monatsende. Bis dahin hat der Mond ein weiteres Mal unsere Erde umkreist und trifft sich erneut mit unseren beiden Nachbarplaneten. Venus ist dann schon deutlich näher an Mars im Sternbild der Fische herangerückt und am 31.1. bilden Mars, Mond und Venus daher ein noch engeres und spektakuläreres Trio über dem abendlichen Südwesthorizont. Tatsächlich aber entfernen sich die Planeten Venus und Mars im All voneinander, denn die schnellere Venus rückt in diesem Monat immer näher an unsere Erde heran und unser äußerer Nachbar Mars fällt weiter zurück. Venus ist jetzt rund 100 Millionen und Mars über 250 Millionen Kilometer von der Erde entfernt. Der Glanz des „Abendsterns“ Venus nimmt daher weiter zu, während Mars im Laufe des Monats ein wenig lichtschwächer wird.

Von Herbststernen zu Wintersternen

Über Mars und Venus funkeln abends die Sterne des „Herbstvierecks“, das sich nun Richtung Westen neigt. Es wirkt dabei zunehmend wie eine überdimensionale Vorfahrtstafel. An diese Sterne des Pegasus schließt sich – hoch in den Himmel aufragend - die Sternenkette der Andromeda an. Im Gefolge von Venus und Mars sind diese Herbststernbilder zum Westhorizont unterwegs, um dort gegen Mitternacht unterzugehen. Gleichzeitig klettert im Nordosten der „Große Wagen“ mit den Kastensternen voran immer höher. Spätabends finden wir seine 7 Sterne halbhoch am Himmel, im Nordosten. Seine drei Deichselsterne sind steil nach unten zum Horizont gerichtet, Für Kenner ein untrügliches Zeichen dafür, dass Orion nun die Himmelsmitte im Süden erobert. Der legendäre Jäger der griechischen Mythologie ist mit seiner auffälligen Kette aus drei gleichhellen Gürtelsternen nicht zu übersehen.

Von Herbststernen zu Wintersternen

Über Mars und Venus funkeln abends die Sterne des „Herbstvierecks“, das sich nun Richtung Westen neigt. Es wirkt dabei zunehmend wie eine überdimensionale Vorfahrtstafel. An diese Sterne des Pegasus schließt sich – hoch in den Himmel aufragend - die Sternenkette der Andromeda an. Im Gefolge von Venus und Mars sind diese Herbststernbilder zum Westhorizont unterwegs, um dort gegen Mitternacht unterzugehen. Gleichzeitig klettert im Nordosten der „Große Wagen“ mit den Kastensternen voran immer höher. Spätabends finden wir seine 7 Sterne halbhoch am Himmel, im Nordosten. Seine drei Deichselsterne sind steil nach unten zum Horizont gerichtet, Für Kenner ein untrügliches Zeichen dafür, dass Orion nun die Himmelsmitte im Süden erobert. Der legendäre Jäger der griechischen Mythologie ist mit seiner auffälligen Kette aus drei gleichhellen Gürtelsternen nicht zu übersehen.

Feuerwerk und Sternenstaub

Der „links über dem Gürtel“ stehende Stern ist Beteigeuze. Er markiert die rechte Schulter Orions. Er ist ein roter Überriesenstern, 650-mal größer als unsere Sonne. Seine Leuchtkraft übertrifft die der Sonne um das 60.000-fache. Beteigeuze hat seinen Lebenszyklus fast vollendet. Der Wasserstoff in seinem Zentralgebiet ist fast verbraucht, und der Stern hat sich dort verdichtet und aufgeheizt, während sich seine äußere Gashülle aufgebläht und abgekühlt hat. Irgendwann in den kommenden Jahrtausenden wird Beteigeuze kollabieren und als helle „Supernova“ wie in einem Feuerwerk vergehen....

Apropos Feuerwerk - achten Sie auch auf ein verspätetes Neujahrsfeuerwerk in der Nacht vom 3. auf den 4. Januar: Dann gibt es nämlich einen der reichsten Sternschnuppenschauer des Jahres. In den Morgenstunden des 4. Januar ist das Aktivitätsmaximum der „Quadrantiden“ erreicht. Genießen Sie es - vielleicht hilft es bei Ihren guten Vorsätzen und Wünschen fürs neue Jahr! Der Ausstrahlungspunkt der Sternschnuppen liegt zwischen den Kopfsternen des Drachen und der Deichsel des Großen Wagens. Von Mitternacht bis zur Morgendämmerung können aus dieser Gegend des Sternbildes Boot, das früher einmal dem heute nicht mehr existierenden Sternbild „Mauerquadrant“ zugeordnet wurde, etwa vierzig Sternschnuppen pro Stunde hervorquellen. Ursprungskörper der Partikel ist ein wenige Kilometer durchmessender Felsklotz. Die heute verglühenden Staubkörnchen brachen vor etwa 500 Jahren von diesem jetzt nahezu inaktiven Kometenkern weg. Seit 1830 wird dieser Meteorschauer alljährlich um den 4. Januar herum beobachtet, wenn die Erde die Trümmerspur des ehemaligen Kometen durchrast. Aus solchen Brocken und Bröseln, die „vom Himmel fielen“ wurden auch unsere Planeten geformt - aus Resten explodierter Sterne - Sterne wie Beteigeuze haben solches Baumaterial auch für unsere Welt geliefert!

Noch leuchtet Beteigeuze - ebenso „Rigel“, der rechts unter dem Gürtel des Orion bläulich funkelt. Rigel ist ein „blauer Überriese“, der nur eine kurze Lebensdauer hat, denn blaue Überriesensterne sind viel heißer als unsere Sonne und verbrennen ihren Treibstoff schnell.

Von Orion zu Jupiter und Spica

„Links unterhalb“ des Orions funkelt Sirius, der hellste Fixstern des ganzen Himmels. Sirius und Rigel sind Teil des großen „Wintersechsecks“ aus hellen Sternen, das sich rund um den Orion spannt.

Sobald das Wintersternbild Orion hoch nach Süden gerückt ist, sind bereits die ersten Frühlingssternbilder über dem Osthorizont aufmarschiert - allen voran der Löwe und südlich davon die langgezogene Wasserschlange „Hydra“.

Nach Mitternacht steigt dann im Nordosten der rötlich-funkelnde Stern Arktur herauf, bevor Jupiter, der König der Planeten, am Osthorizont aufgeht. Der Riesenplanet regiert die zweite Nachthälfte, denn er ist heller als alle anderen Sterne, die wir dann am Himmel sehen. Nur 4 Grad südlich von Jupiter funkelt Spica, der helle, bläuliche Hauptstern der Jungfrau. Im Vergleich zu Spica fällt Jupiter durch sein ruhiges, gelbliches Leuchten auf und erscheint uns 16-mal heller als der ferne Stern. Bis zum Beginn der Morgendämmerung steigt das ungleiche Paar halbhoch in die Südrichtung. Besonders prächtig ist der Anblick am 19. Januar, denn in den Morgenstunden steht die abnehmende Mondsichel über Jupiter und Spica.

Finale mit Saturn und Merkur

Zum Finale der Nacht tauchen noch die beiden bisher fehlenden Planeten Merkur und Saturn auf: Gegen 6:30 Uhr kann man bei klarer Sicht zum Südosthorizont ab der zweiten Monatshälfte den Planeten Saturn als Lichtpunkt in der beginnenden Morgendämmerung erkennen. Im Sternbild Schütze war der Ringplanet in den vergangenen Wochen im Glanz der Sonne verborgen und meldet sich nun zurück - wenn auch in diesem Monat nur kurz. Schließlich tritt noch Merkur auf - der scheue Planet ist diesmal wohl nur etwas für Spezialisten. Um die Monatsmitte taucht er gegen 7 Uhr morgens am Südosthorizont auf und verblasst bereits spätestens gegen 7:30 Uhr in der zunehmenden Tageshelle.